Magazin

"Ich glaube, es tut sich etwas."

(Das Projekt) Leave no Trace


 

text Jonas Rogge
redaktion Isabel Roudsarabi
fotos Jonas Rogge, Ida Anine, Till Petersen

Das Leave no Trace ist ein von Besucher*innen betriebenes Öko-Camp auf dem Roskilde Festival. Es versteht sich als eine Art Experimentierfeld für die Zukunft des nachhaltigen Festivalzeltplatzes. Wir haben mit den Macher*innen über ihr ambitioniertes Projekt gesprochen – einmal vor, und einmal nach dem Festival.

 

Eine Behauptung: Die meisten von uns tun regelmäßig Dinge, die wir eigentlich für falsch halten. Sei es das Bestellen des Köfte-Sandwich, das exotischer klingt als der Döner, aber dessen Fleisch bestimmt auch nicht vom regionalen Bio-Bauernhof stammt, oder das Konto bei einer herkömmlichen Bank – weil, ja, die finanzieren damit z. B. Waffengeschäfte. Wer sowohl die Rüstungsdeals als auch die Massentierhaltung vor sich rechtfertigen kann – touché. Es geht mir hier nicht darum, irgendjemanden von der moralischen Schlechtigkeit von irgendetwas zu überzeugen. Es geht darum, dass viele Menschen Dinge tun, die sie eigentlich (in der Theorie) für schlecht halten. Die Frage ist: Unter welchen Umständen verändert sich das?

Auf einem Festival wie dem Roskilde (RF) bleiben die Abfälle von 130.000 Besuchenden an einer vergleichsweise kleinen Zahl von Volunteers und Arbeiter*innen hängen, die am Sonntag nach der Party über das Gelände ziehen und das Liegengebliebene einladen. Die meisten Besucher*innen haben zu dieser Zeit schon die Flucht ergriffen. Weil der Heimweg für sie nicht all zu lang ist (Kopenhagen erreicht man z. B. in 30 Minuten mit dem Zug), verlassen viele Gäste das Festival schon in der Nacht zum Sonntag. Schwer erschüttert von 8 Tagen Dosenbier und kollektiver Verwahrlosung, lassen sie alles hinter sich: von den restlichen Essensvorräten, über das dreckige zweite Paar Schuhe bis zum 8-Mann-Zelt. Nach Angaben der Betreiber*innen stellen diese Zeltplatzreste etwa drei Viertel des Gesamtvolumens von etwa 2,2 Tausend Tonnen Müll dar, der in einer guten Woche Roskilde anfällt – nämlich fast 2 Tausend Tonnen. Für Recycling ist es an diesem Punkt zu spät, der Großteil des Abfalls landet in der Müllverbrennungsanlage.

Eine weitere Behauptung: Viele der Leute, die ihren Kram beim RF oder einem anderen Festival einfach liegen lassen, würden, darauf angesprochen, nicht sagen, dass ihr Verhalten total in Ordnung ist und sie darin kein Problem sehen. Es ist also auch für die am RF Beteiligten eine interessante Frage, wie man eine einfache Wahrheit, „Es ist nicht so geil, seinen Müll einfach liegen zu lassen (geschweige denn anzuzünden, siehe RF-Historie)“, effektiv kommunizieren kann. So, dass es das Verhalten der Besucher*innen tatsächlich beeinflusst. 
Das Festival bemüht sich offensichtlich darum, eine Antwort zu finden. Initiativen für einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem Müll reichen beim Roskilde von Plakat-Kampagnen und Upcycling-Workshops über das Aufstellen von Recyclingstationen auf dem Zeltplatz bis zu ökologisch orientierten Themencamps. Eines dieser Projekte ist das 2011 entstandene „Clean out Loud“ (CoL), das es geschafft hat, dass sich 2019 über 10.000 Campende verpflichtet haben, ihren Platz in dem Areal sauber zu hinterlassen und sich an Aktionen zur Förderung des ökologischen Bewusstseins zu beteiligen, z. B. an den sogenannten Trash-Paraden, die über den Zeltplatz ziehen und laut und bunt für Abfallentsorgung werben. Damit hat das Camp CoL zu hoher Wahrscheinlichkeit den größten Anteil an einem schleichenden Sinneswandel, an einer langsam rückläufigen Unmenge unrecycelten Abfalls nach dem Festival.

Ein weiteres Projekt, das sich aus der Idee des CoL heraus entwickelt hat, und bei dem sich eine ähnliche Erfolgsgeschichte andeutet, ist das „Leave no Trace“. Den eigenen Müll wegzuräumen ist hier nur der allerkleinste gemeinsame Nenner. Wir haben uns letztes Jahr mit dessen Macher*innen getroffen, um zu erfahren, warum es ein zweites Öko-Camp auf dem Roskilde braucht, und wie es sich anfühlt, dafür verantwortlich zu sein.

„Irgendwie sind Kuppeln dieses Jahr total angesagt.“ (Vor dem Fest)

Das erste Mal treffe ich die Initiative drei Tage vor dem Beginn des RF 2019. Am Mittwoch ist der Anblick des Zeltplatzes im Nordteil vom „Camping West“ wenig bemerkenswert. Auf einer grün-gelben Wiese, die an die Autobahn grenzt, lädt ein Dutzend junger Leute Holzpfeiler und Schilder aus einem Schiffscontainer. Das Material wird über der Wiese ausgebreitet, einige beginnen die Schilder zu bemalen. Sie bereiten den Aufbau des „Forum“ vor – der Fläche, die bald eine Art Dorfplatz für die Bewohner*innen des LNT-Areals sein soll. Ich treffe Johan. Weil der gerade seine Kollegin Mathilde fragen wollte, was es als nächstes zu tun gibt, ist er direkt bereit, mir stattdessen ihr Projekt vorzustellen.


Sagst du mir, wie du heißt und wo du herkommst?
Johan: Mein Name ist Johan. Ich lebe in Kopenhagen, Refshaleon. Ich bin jetzt seit zwei Tagen hier, habe aber in Kopenhagen geschlafen.

Du lebst in Refshaleon (einer einst industriell genutzten Hafeninsel vor Kopenhagen), wohnst du auf einem Boot?
J: Nein, in einem Container-Haus in einem Wohnungs-Projekt. Dort lebt man in kleinen Gemeinden von etwa 150 Leuten. Sehr schön da, direkt am Wasser, man geht jeden Morgen schwimmen…

Jetzt sind wir auf dem Gelände, auf dem das Leave no Trace-Areal entstehen soll. Was hat es damit auf sich?
J: Wir versuchen hier das nachhaltigste Camping-Areal auf dem ganzen Festival zu sein. Alle, die hier leben werden, haben sich für ihren Platz beworben und ein Konzept für ihr Camp geschrieben. Wir suchen dann die Camps mit den besten Ideen aus.

Es gibt also mehr Bewerber*innen als Plätze hier?
J: Ja. Es ist das zweite Jahr des LNT und wir haben uns schon deutlich vergrößert. Anfangs war es noch nicht ganz klar, wie groß unser Gebiet letztlich sein würde. Am Ende konnten wir mehr Leute annehmen, als es ursprünglich mit dem Festival ausgemacht war. Letztes Jahr waren es 700, dieses Jahr sind es schon 1.200. Das ist sehr schön!

Und du bist ein Teil des Kernteams?
J: Ja, dieses Jahr arbeite ich schon seit Februar am LNT. Mit dem Bewerbungsformular haben wir angefangen. Dann, nach dem Empfangen der Bewerbungen, haben wir alle gelesen und mit den Bewerbern hin- und hergeschrieben. In anderen Bereichen des RF bewirbt man sich, und bekommt ein Ja oder Nein. Bei uns ist die Entscheidung mehr ein Prozess. Wenn Leute gute Ansätze haben, schlagen wir ihnen vor, das in eine bestimmte Richtung weiterzuentwickeln oder sich auf einen Teil zu fokussieren. Wir schreiben eine Menge Mails, Mails, Mails – viel Schreibtischarbeit.

Ihr macht das ehrenamtlich?
J: Ja, das ist freiwillig. Wir alle, die das LNT leiten, sind Freunde aus Schulzeiten und für uns ist das eine Gelegenheit in Kontakt zu bleiben.

Und die Idee zu dem Projekt kam auch von euch?
J: Nicht von mir persönlich, aber aus der Gruppe, ja. Hast du schon vom Clean out Loud gehört? Es ist eine Art Schwesterprojekt. Manche von uns haben schon beim CoL mitgemacht. Wir wollten dann etwas machen, was den Fokus noch stärker auf Nachhaltigkeit setzt und wo man auch größere Ideen umsetzen kann. Aufgrund der Größe des CoL ist es dort mittlerweile komplizierter, die Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen. Das war unsere Motivation.

Hast du schon Leute getroffen, die hier campen werden?
J: Nein, bis jetzt kenne ich die meisten nur vom Schreiben. Aber heute, in ein, zwei Stunden kommen die ersten Leute und bauen ein großes Glücksrad auf – dort drüben. Morgen werden ein paar der Camps anfangen, Kuppeln zu bauen – irgendwie sind Kuppeln dieses Jahr total angesagt. Wir haben alle Camps, die Kuppelbauten planen, in eine Reihe gesetzt. So sieht man im Vorbeilaufen die Skyline vom LNT.

Gibt es im Vergleich zum Vorjahr viele neue Ideen?
J: Viele, die letztes Jahr hier waren, kommen wieder. Das ist sehr schön. Aber viele neue Teilnehmer*innen bringen auch viele neue Ideen. Ein Camp bringt z. B. eine Plantage mit essbaren Pilzen mit, die sie zuhause begonnen haben. Ein anderes baut ein großes Windrad auf. Und viele der Camps machen eigene Veranstaltungen, darauf freue ich mich besonders.

Wir haben gar nicht erwartet, das wirklich alle mitmachen.

Warst du früher auch schon beim Roskilde und hast du dich an der Verwüstung beteiligt?
J: Nein, dafür war ich immer zu knauserig. Ich war eher derjenige, der nach brauchbarem Zeug in den Resten gesucht hat. Einmal habe ich mir mit meinem Bruder das Auto unserer Eltern geliehen und alles eingeladen: warme Bierdosen, Wodka, Zelte und so weiter. Es ist verrückt: Was am Anfang des Festivals tausende Kronen wert ist, ist am Ende wertlos.

War eure Fläche denn letztes Jahr nach dem Festival leer?
J: Ja, vollständig leer. Wir haben gar nicht erwartet, das wirklich alle mitmachen. Aber besonders toll ist, dass die Leute ihre Sachen nicht einfach weggeworfen haben, sondern z. B. ihr Camping-Equipment wieder mitgenommen haben. Es geht uns nämlich nicht nur darum, dass der Müll weggeräumt wird, sondern auch darum, die Dinge mehrmals zu benutzen.


Ist es denn trotzdem laut hier, darf man sein Soundsystem mitbringen?
J: Ja, außerdem ist die Rising Scene (Bühne auf dem Camping-Platz während der Warm-Up-Tage, Anm. der Red.) direkt da drüben. Letztes Jahr gab es ein Camp, direkt am Forum, die eine riesige Anlage nur mit Solarpanels betrieben haben. Aber das ist genau die Sache: Manche denken, dass es beim LNT nicht ums Feiern geht. Das stimmt aber nicht, es geht nur darum, auf eine gute Art und Weise zu feiern. Manche haben in der Anmeldung ganz vorsichtig gefragt: „Dürfen wir vielleicht eine Anlage mitbringen?“ „Natürlich“, haben wir gesagt, „bitte!“ Wir müssen feiern.

Es ist ein Problem, dass viele sich nicht vorstellen können, dass man Party und Nachhaltigkeit verbinden kann. Wir wollen zeigen, dass das ganz einfach geht.

Mathilde kommt dazu.

Mathilde, du als Szenografin, wie viel Einfluss hat das Festival auf die Entwicklung des LNT?
M: Wir haben das Areal selber gestaltet, das Festival hat da keine Mitsprache.

Was ist mit dem Programm?
M: Das einzige, was wir von Seiten des Festivals brauchen, ist Infrastruktur: einen Platz, einen Stromanschluss und ein paar Löcher für die Holzpfeiler.

Wir sprechen auch darüber, was man zu einem Festival überhaupt mitbringt.

Stellt das Festival das Material für die Konstruktionen?
M:
Nein, wir haben das alles selber gekauft. Ich bin verantwortlich für die Anschaffung der Materialien. Für das Meiste haben wir nichts bezahlt, weil wir zu Geschäften gegangen sind und denen von unserem Projekt erzählt haben.

Was machst du außerhalb des Festivals?
M: Ich arbeite in zwei Kleidungsgeschäften in Kopenhagen, ich will Textildesignerin werden. Das hier mache ich nur zum Spaß.

Du bist gerade fertig geworden mit dem Bemalen der Schilder? Was steht da?
M: Es geht um unsere drei Schwerpunkte: Ernährung, Upcycling und Energie. Das sind die drei Hauptthemen und jedes der Camps, das hier lebt, muss eines von ihnen auswählen.

Was denkst du, ist der größte Unterschied zwischen dem LNT und dem CoL?
M: Dass wir noch nachhaltiger sind. In CoL entsorgen wir den Müll und stellen sicher, dass am Ende nichts liegenbleibt. Das tun wir hier auch, aber wir sprechen auch darüber, was man zu einem Festival überhaupt mitbringt. Es sollten Dinge sein, die standhaft sind und eine längere Lebensdauer haben. Wir versuchen Dinge wieder- und aufzuwerten – ja, das ist der große Unterschied.

Genießt du die Aufbautage auch ein bisschen?
M: Auf jeden Fall. Ich bin seit Montag jeden Tag hier und es macht großen Spaß. Wir haben seit einem halben Jahr darauf gewartet. Im Januar haben wir angefangen zu planen, und jetzt arbeiten wir, endlich!

Impressionen – LNT 2019








„In Zukunft muss man sich hoffentlich für das trashy Camping anmelden.“ (Nach dem Fest)

Über eine Woche später – es ist früher Nachmittag am Sonntag danach. Als ich mich dem LNT-Areal nähere, deutet kaum etwas daraufhin, dass hier ein Festival stattgefunden hat. Nur eine größere Gruppe, etwa 25 Leute, schart sich um einen Schiffscontainer und unterhält sich. Im Laufe der Woche habe ich hier noch gigantische Windmühlen aus Pavillon-Überresten sich mühsam aufrichten und wieder umstürzen gesehen, Kuppelkonstruktionen aus Holz und Textilien, mit Solarzellen betriebene Sound-Systeme – aber vor allem Leute, die eine gute Zeit haben. Es wurde viel getanzt, gespielt und getrunken, gerade auch auf der weiten offenen Fläche des „Forum“. Die Einladung an die Camper*innen, ihre Party nicht für sich zu behalten, sondern auf den Marktplatz zu tragen, wurde offensichtlich angenommen.
Nun ist das alles verschwunden, wie von Geisterhand, all die Bänke, das Podium, die Zelte und Pavillons.

Johan, wie konnte das alles so schnell verschwinden?
J: Die ersten Leute haben schon gestern ihre Sachen gepackt und sind nach Hause gefahren. Wir haben dann heute Morgen angefangen aufzuräumen, die Schilder abzubauen und so weiter. Jetzt sind wir fertig, um Vier, das ist sehr gut. Wir haben in einem Tag alles erledigt. Eigentlich, in weniger als einem Tag.

Hattet ihr Probleme mit Camps, die doch nicht so gut mitgemacht haben?
J: Alle haben ihre Campingausrüstung wieder mitgenommen und fast alle haben sogar die kleinen Überreste aufgesammelt, Kippenstummel zum Beispiel. Es war so sauber, wunderbar! Einige wenige Camps brauchten einen letzten Feinschliff, aber wir sind sehr zufrieden.

Ich bin ziemlich zufrieden, auch ein bisschen stolz.

Warst du heute schon auf der Ostseite des Zelplatzes?
J: Ja, ich bin gerade vorbeigefahren. Völlig abgefahren. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, „Das Ende der Welt“ passt vielleicht. Im Vergleich ist das hier großartig. Ich bin ziemlich zufrieden, auch ein bisschen stolz. Guck dir das Team an, alle sind so müde, liegen rum, schlafen. In zehn Minuten sollte die Pizza kommen und danach sind wir raus.

Nach Hause?
J: Ja. Am Ende der Woche treffen wir uns dann, und besprechen, wie alles gelaufen ist. Wir sprechen über die Camps und schauen uns Bilder an.

Erinnerst du dich, wie es war, als alle angekommen sind?
J: In den letzten Monaten habe ich so viele Mails geschrieben, und die Leute dann endlich zu treffen und ihre Ideen umgesetzt zu sehen… Das war sehr cool. All die harte Arbeit zahlt sich aus, wenn man so viele fröhliche Leute sieht.

Hast du ein Highlight aus einer Woche LNT?
J: Ich erinnere mich an einen Tag am Forum. Wenn Leute eine Veranstaltung machen wollten, hatten wir ihnen empfohlen, es dort zu machen, damit sich alle eingeladen fühlen. Also, an dem einen Tag kam ich hierher und es fanden drei oder vier Sachen gleichzeitig statt, die alle irgendwie zu einer großen Sache verschmolzen sind. Da war eine Party, bei der ging es um Tanzen und Bierbongs. Auf der anderen Seite war eine Gruppe, die veganes Essen  für alle gemacht hat. Also ist die Partytruppe dort vorbeigekommen, hat sich Essen geholt und ist damit über den Platz getanzt. Gleichzeitig haben ein paar Leute versucht, eine riesige Windmühle aus alten Pavillon- und Zeltstangen zu errichten. Alle hatten so eine großartige Zeit, das hätte ich mir niemals ausmalen können. Daran werde ich mich noch lange erinnern.

In ein fremdes Camp reinzugehen, da überschreitet man schon irgendwie eine Grenze.

Hat auch irgendwas nicht so gut funktioniert?
J: Ja, ich denke schon. Wenn Leute planen, haben sie viele große Ideen. Wenn sie die dann umsetzen müssen, funktionieren manche nicht so gut wie erwartet. Andere haben ihr Projekt gar nicht umgesetzt. Im Großen und Ganzen war es aber ein großer Erfolg. Wir hatten auch zwei Camps, die bei ihrer Anmeldung mit 20 Leuten geplant haben. Ein paar Wochen vor dem Festival haben uns beide geschrieben, dass sie leider nur noch zu fünft bzw. zu dritt sind. Dann – ich weiß nicht wie das passiert ist – haben sie voneinander erfahren und beschlossen, sich zusammenzuschließen. Also haben zwei Gruppen, die sich vorher gar nicht kannten, zusammen ein Camp gemacht. Das war sehr schön – das ist Roskilde Spirit!

War es komisch, hier in einer Art Autoritätsposition zu sein? Wie fühlt es sich an, die Verantwortung für dieses Areal zu haben?
J: Am Ende der Woche haben wir mit ein paar Leuten eine Runde gedreht und in alle Camps geschaut. In den meisten war alles in bester Ordnung. In manchen lag sehr viel Müll rum, dort haben wir versucht, die Leute zum Aufräumen zu motivieren. Weil, wenn man bis zum letzten Tag wartet, kann es gut sein, dass die Leute fertig von der Woche sind und nichts mehr wegräumen. Die Sache ist… Ich habe es nicht erwartet, aber in ein fremdes Camp reinzugehen, da überschreitet man schon irgendwie eine Grenze. Das war ein bisschen komisch, aber zum Glück waren die meisten super lieb zu uns. Besonders wenn wir das weiße LNT-Shirt getragen haben. Ich denke das fühlt sich dann ein bisschen an wie in der Schule, wenn der Lehrer gucken kommt.

Denkst du denn, dass die Leute hier einen Lehrer brauchen?
J: Also, es waren vielleicht 3, maximal 5 Camps von insgesamt 70, die ein bisschen motiviert werden mussten. Ich hoffe, dass das hier nächstes Jahr noch größer wird, und das normale Camping-Areal in zehn Jahren eine kleine Fläche sein wird, für die man sich extra bewerben muss. Dann muss man sich für das „trashy Camping“ anmelden *lacht*. Hoffentlich.
Als ich vorhin über den Zeltplatz gefahren bin, war es sehr vermüllt, aber hier und da findet man immer wieder eine Stelle, an der Leute ihre Sachen mitgenommen haben. Wir haben sogar mit der Leiterin des Areals dort gesprochen und sie sagte, dass es mehr saubere Flecken sind als sonst. Ich glaube, es tut sich etwas.

Festivalfinder

Roskilde Festival 2020

27. Juni – 4. Juli – Roskilde, Dänemark


Alle Infos zum Festival


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