Magazin

Nach Hause kommen

Das Pohoda Festival im Interview


 
 

text Johannes Jacobi, Isabel Roudsarabi
redaktion Robin Hartmann
fotos Nada Koscikova, Lucia Kerida, Martin Bobok, Michal Augustini, Michal Babinčák

Die Slowakei hat, im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland oder Großbritannien, eine extrem kleine Festivallandschaft. Umso erstaunlicher, dass eines der wenigen Festivals die dort verortet sind, in den letzten Jahren eines der wichtigsten Vorbilder für andere Veranstaltungen geworden ist.

 

2019 gewann das Pohoda bereits den „Take a Stand“ Award und sein Kurator und Hauptorganisator Michal Kaščák den Preis für Exzellenz und Passion bei den European Festival Awards beim Eurosonic Noorderslag in Groningen, NL. 2020 war das Festival erneut in 5 Kategorien nominiert.

Pohoda ist ein so friedlicher und entspannter Ort, dass man kein schlechtes Gewissen haben muss, bis zum Mittag in seinem Zelt zu dösen, nach dem Aufstehen einen leckeren Mocha an einem der Kaffeestände zu schlürfen und sich dann noch einmal kurz für einen Mittagsschlaf in den Schlafsack zu kuscheln, bevor man sich einen der internationalen Headliner oder kleineren slowakischen Newcomer Bands anschaut.

Es ist ein Ort, wo eine unbekannte britische Band (Sink Ya Teeth) den Headliner-Slot auf der Mainstage füllen kann, weil  Lykke Li‘s Flug ausgefallen ist. Ein Ort, an dem man vergeblich Gruppen pöbelnder, besoffener Gäste sucht, weil nur Bier (12 prozentiges, aber okay) und Wein auf dem Gelände verkauft werden; wo die Wiesen grüner sind, als bei jedem anderen Festival, weil überall Volunteers stehen, die erklären, in welche Tonnen man seinen Müll zu trennen hat. Wo eine Rede der Präsidentin Zuzana Čaputová auf einen Workshop folgt, bei dem man Häkeln und Stricken lernen kann. 
Pohoda ist ein Ort, an dem man sich, egal woher man kommt, sofort willkommen fühlt.

Wir haben mit Suzanne Verschueren gesprochen, die sich beim Festival um die internationale Presse kümmert: Ein Interview über die Menschen auf dem Pohoda, politische Ausrichtungen und sich zuhause fühlen.

Hallo Suzanne! Stell dich doch mal kurz vor und erzähl, wie du beim Pohoda gelandet bist?
Vor vier Jahren war ich das erste Mal als Besucherin hier. Ich habe damals Eventmanagement, Musik und Unterhaltung studiert; also war ich eigentlich sowieso auf der Suche nach einem Praktikumsplatz. Am Ende habe ich einfach eine E-Mail an Michal Kaščák geschickt, in der ich meinte, dass ich wirklich nicht nach Hause gehen wollte und dieses Wochenende sich perfekt angefühlt hat. Ich hab‘ geschrieben: „Kann ich mein Praktikum nicht bei euch machen und eine Weile länger bleiben?“. Er antwortete nur: „Ja klar, wann kannst du anfangen?“ – also lief das ziemlich ideal für mich.

Was genau ist dein Aufgabenbereich?
Internationale Medien – aber es ist ein ziemlich flexibler Job. Wenn kurzfristig irgendwo ein Dixi ausgetauscht werden müsste, würde ich meinen Führerschein zücken und ein neues holen (lacht).


Was hat dich so sehr überzeugt, dass du umbedingt hier bleiben wolltest?
Als allererstes die Atmosphäre des Festivals. Wenn du hier bist, fühlst du dich wie zu Hause. Es gibt quasi keinen Druck: Du musst nicht als Erster zu einer bestimmten Stage laufen um einen Act zu sehen, weil es überall genug Platz gibt. Jeder ist dein Freund, man tauscht sich aus. Ich bin als Ausländerin hierher gekommen – ich bin selbst keine Slowakin – aber schon damals hatte ich sofort das Gefühl, Teil der Gruppe zu sein. Das war also mein erster Eindruck als Besucherin: Auf diesem Festival zu sein, auf dem es so viele Dinge zu entdecken gibt – nicht nur Musik – war für mich ein ganz anderes Erlebnis als Festivalbesuche in meinem Heimatland Belgien. 
Von dem Moment an, als ich während meines Praktikums mit dem Team gearbeitet habe, hatte ich eine neue Familie. Das Pohoda-Team – alle Leute hinter den Kulissen, die es das ganze Jahr über organisieren – aber auch die Leute die hier während des Festivals arbeiten sind wirklich, wirklich herzlich. 

Wir sind eine Familie.

Wenn etwas nicht stimmt oder du dich für einen Moment nicht wohl fühlst, sind innerhalb von Sekunden ein paar Leute da sind, die dich unterstützen. Ich denke, diese Atmosphäre – zuvorkommend zu sein und „Guten Morgen“, „Wie geht es dir?“ oder „Brauchst du einen Kaffee?“ zu sagen…. das hilft einfach sehr. Das möchte ich nicht mehr missen.

Es ist wirklich auffällig, wie sauber euer Festival ist! Wie bekommt ihr das hin?
Das war tatsächlich ein sehr organischer Prozess. Das Pohoda gibt es jetzt seit 23 Jahren und am Anfang war es… nun ja, es hatte nicht so viel zu bieten, wisst ihr was ich meine? Es gab nicht genug Toiletten, die Leute an den Toren waren Freunde der Leute, die kamen, also kamen sie alle umsonst rein (lacht). Es war anfangs eine dieser sympathisch unkoordinierten Festivalerfahrungen. Michal, unser Hauptorganisator, hat das gesehen und ich glaube er dachte sich: „So habe ich mir das nicht vorgestellt“. Er wollte die Leute mehr teilhaben lassen, also hat er sich angeschaut wie man die Sache verbessern kann. Das hat er dann Jahr für Jahr getan und diese besondere Denkweise – die ihr sicher bemerken werdet, wenn ihr ihn zufällig trefft – verinnerlicht und veräußerlicht. Er ist unfassbar freundlich, er nimmt sich viel Zeit für dich, er gibt dir das Gefühl zu Hause zu sein und sowas übersetzt sich einfach auf das Festival als Ganzes – das ist die Denkweise, die wir täglich umzusetzen versuchen.

Wir hoffen also zum Beispiel, dass die Menschen zu Hause anfangen ihre Abfälle sortieren, weil es hier auf dem Festival so gemacht wird. Das läuft zwar nicht so, dass wir den Leuten ihren Abfall vorsortieren, aber wir stellen die nötigen Infos bereit – wenn du also alles über Mülltrennung wissen willst ist es möglich, dass du einfach jemanden danach fragst und dir wird geholfen… und das Ganze wächst dann an und mit den Menschen. Man schafft es nicht, sich innerhalb eines Jahres von einem völlig verschmutzen Festival zu einem völlig sauberen Festival zu entwickeln. Ich würde gerne daran glauben, aber ich denke einfach nicht, dass es möglich ist. Sowas muss wirklich organisch wachsen – jedes Jahr ein weiterer Schritt. Am Anfang gibst du beispielsweise – was viele Festivals ja schon tun – den Leuten die campen Müllsäcke und sagst ihnen wo die dann entsorgt werden können.

Der nächste Schritt wäre, dass Leute vor Ort sind, die den Müll aufsammeln. Es ist zwar nicht ideal, dass das meistens ein Job für Freiwillige bleibt, aber das wichtige daran ist die Sichtbarkeit. Wenn du auf dem Festivalgelände herumläufst und jemanden siehst, der die Abfälle sammelt, denkst du vielleicht auch über dich selbst nach. So nach dem Motto: „Hm, diese Flasche hätte ich vielleicht nicht auf den Boden werfen sollen“. Das ist die Denkweise, von der ich eben gesprochen habe.
Wir wollen nicht überall Schilder anbringen, die dir quasi ins Gesicht schreien: „Tu dies nicht, tu das nicht!“ – stattdessen versuchen wir die Aushänge positiv und praktisch zu gestalten und einfach klarzustellen, was die Idee dahinter ist. 

Wir versuchen dich dazu zu bringen selbst bewusste Entscheidungen zu treffen.
Ich denke das ist der eigentliche große Schritt.

Wir machen das jetzt seit vier Jahren so. Diese Art die Besucher zu informieren, hilft letztendlich auch dabei ihren Mindset zu verändern. Wir haben letztes Jahr damit begonnen, die Mülltrennungs-Stationen waren aber nicht unsere Idee,  sondern kommen von einer anderen Veranstaltung in Bratislava. Der Plan war aber immer, diese Idee auch mit anderen Festivalschaffenden zu teilen… und es hat funktioniert. Das andere große Festival in der Slowakei, das Grape Festival, nutzt sie mittlerweile auch.
Wir sind stolz auf unsere saubere Location und wir wollen auch umbedingt, dass es so bleibt.

Spielt das Festival eine große Rolle in der politischen Landschaft der Slowakei?
Uhm… das würde ich nicht so sagen. Wir bleiben bei unserer Sichtweise uns nicht in politische Diskussionen einmischen zu wollen. Das mag gegensätzlich zu dem erscheinen, was viele Leute erwarten. Falls etwas passiert – es muss nicht umbedingt politisch sein, es kann z.B. etwas Kulturelles sein, das einen Bezug zum Politischen hat – versuchen wir natürlich darauf zu reagieren. Wir werden allerdings nie unsere Meinung zu irgendeinem Politiker verkünden. 

Wir versuchen für alle Gruppen in der Slowakei da zu sein. Wir haben am  Sonntagmorgen eine Messe auf dem Festival, die alle Kulturen, alle verschiedenen Religionen, willkommen heißt.
Das was z.B. 2018 mit der Ermordung von Ján Kuciak & Martina Kusnirova geschehen ist – da ging es um Korruption im großen Stil – und Korruption kommt oft in der Politik vor, ist aber an sich schon einfach eine beschissene Sache, oder? Deshalb sagen wir dann lieber: „Wir sind gegen Korruption“! Wir versuchen also nicht, uns mit der Politik selbst zu beschäftigen, aber wir glauben natürlich, dass Politik die Menschen beeinflusst. Also bewegt sie auch die Menschen auf unserem Festival – unsere Gäste und Mitarbeiter. Wir wollen aber eben nicht alles politisieren, sondern ein positives Event mit Konzerten veranstalten. Durch Musik lässt sich alles mögliche kommunizieren.

Es ist recht offensichtlich, dass es hier ein Rahmenprogramm gibt, das die Menschen über die Gesellschaft, über die Zukunft und über die Probleme der heutigen Welt aufklären möchte. Was kannst du darüber erzählen?
Viele der Programmpunkte werden von unseren Partnern organisiert. Die Ideen kommen von ihnen, aber wir müssen sie natürlich noch genehmigen. Zum Beispiel hat die Präsidentin heute Morgen auf dem Festival gesprochen und wir freuen uns einfach ihr die Gelegenheit zu geben, sich mit unserem Publikum auszutauschen. Viele dieser Panels sind Diskussionen zwischen Menschen, von denen wir im Vorhinein wissen, dass sie gegensätzliche Ansichten vertreten. Manchmal ähneln sie sich vielleicht auch, aber es besteht untereinander die Notwendigkeit einer Neujustierung – und genau das versuchen wir dann im Diskurs mit den Menschen zu teilen: Neue Perspektiven auf viele verschiedene Themen.

Wie ist euer Kunstprogramm organisiert? Kümmert ihr euch selbst darum?
Wir arbeiten mit dem House bzw. Office of Arts zusammen, das uns hilft die besten Kunstwerke für unser Festival zu finden. Viele der mitwirkenden Künstler*innen kommen seit Jahren zum Pohoda und stellen dann jedes Jahr ein Werk aus, das sie entweder zum allerersten Mal oder zumindest zum ersten Mal auf diesem Festival zeigen. Außerdem gibt es einen Kunstwettbewerb, bei dem junge Talente versuchen können sich und ihre Ansichten visuell darzustellen. Ein „Art-Council“ berät sie auf dem Weg dorthin und wählt dann am Ende schließlich einen Gewinner aus, der auf dem Festivalgelände ausstellen darf. Viele der Gewinner kommen dann im nächsten Jahr direkt wieder.

Die meisten dieser Künstler werden in Zusammenarbeit mit Michal Kaščák ausgewählt, aber wir haben mittlerweile ein ganzes Team, das daran arbeitet die Arbeiten zu platzieren und alles zu organisieren, damit vor Ort nichts schief geht.


Wie groß ist denn euer Team?
Über das Jahr sind wir zwischen zehn und dreizehn Leuten… aber kurz vor und während des Festivals können es dann bis zu 3.000 sein. (lacht) Jupp.

Kümmert sich Michal allein um das Booking der Bands?
Ja, er ist für das Hauptprogramm und die Hauptacts verantwortlich. Und dann gibt es da noch Teresa Maco, Matwe Kaščák & Monika Matiašovská, die Michal meistens bei der Auswahl der Bands beraten bis er sich für oder gegen sie entscheidet. Natürlich kann das ganze Team aber auch immer Vorschläge machen – wir treffen zwar nicht die endgültige Entscheidung, aber wenn wir privat einen Act sehen oder hören, den wir für großartig halten, erzählen wir Michal davon. Wir wissen wo wir uns umsehen müssen und wir alle versuchen Vorschläge zu sammeln.

Wer ist denn dein Lieblingsact in diesem Jahr?
Michael Kiwanuka.

Hat er schon gespielt?
Weiß ich gar nicht genau, das müsste ich nochmal nachschauen (lacht). Ich schaff’s leider fast nie Bands zu sehen, aber ich hoffe ich kann ihn mir noch ganz kurz anschauen.


In Deutschland gibt es normalerweise zwei oder drei Hauptsponsoren, selten mehr als zehn. Ihr arbeitet allerdings mit mehr als vierzig verschiedenen Partnern zusammen, wie kam das zustande?
Michal prüft alle Partner speziell auf interne, kooptierte Verbindungen zu größeren Unternehmen. Wenn es keine gibt, können sie Sponsoren werden, wenn doch, ist das immer sofort ein No-Go. Den Partnern, mit denen wir im Moment zusammenarbeiten, vertrauen wir entsprechend zu hundert Prozent und wir haben davon ziemlich viele. Allerdings tragen die meisten auch zu einem Teil des Programms oder der visuellen Installationen bei, einige kümmern sich auch um den Backstage und die Artist Care. Wir sind gezwungen mit so vielen Sponsoren zusammenzuarbeiten, weil sie die Hälfte unseres Einkommens ausmachen. Dafür reicht ein Hauptsponsor einfach nicht aus – der slowakische Markt ist zu klein für große Marken, die große Summen beisteuern; deshalb versuchen wir immer ein akzeptables Gleichgewicht zu finden. Kleine Geschäftspartner zahlen natürlich auch nur geringe Gebühren.

Weißt du, ob die Foodstände eine Standmiete zahlen müssen oder umsonst hier stehen dürfen? Es ist unglaublich, wie viele ihr habt, das ganze Infield ist praktisch damit umrandet.
Ich glaube sie bezahlen dafür, aber sie müssen auf jeden Fall offizielle Anträge einreichen und sich bewerben. Seitdem unsere „Gastro Queen“ Lubica beim Pohoda arbeitet, haben wir Gerichte aus jedem erdenklichen Land und auch viel Vegetarisches, was vorher nicht der Fall war. Lubica hat einen anderen, frischeren Ansatz und der funktioniert verdammt gut. Manchmal esse ich statt unserem Catering etwas auf dem Festivalgelände, weil es dort einfach besser schmeckt.

Wie viele Camper habt ihr am Wochenende?
Das kann man schwer sagen. Wir haben zwei sehr große Campingplätze an beiden Enden des Festivalgeländes. Ich glaube, da ist noch ein bisschen Platz. Wir zählen die Camper aber nicht, weil das Campen kostenlos und im Ticketkauf inbegriffen ist.

Wie viele Tickets verkauft ihr denn?
30.000, aber das ist die Maximalkapazität – also sind Gästelistenplätze und Akkreditierungen für Partner, Künstler und Mitarbeiterin in dieser Zahl schon enthalten. 

Habt ihr viele Tagesbesucher, oder bleiben die Meisten das ganze Wochenende hier?
Ich glaube, es gibt tatsächlich gar keine. Vielleicht ein paar, aber wir verkaufen eigentlich keine Tageskarten – wir haben nur 3-Tages-Tickets, also versuchen die meisten Leute mindestens 1-2 Tage hier zu sein. 
Die meisten von ihnen campen und der Rest lebt in der Gegend und schläft zuhause. 

Weißt du wie alt eure Besucher*innen im Durschnitt sind? Es ist erstaunlich, wie viele Familien hier herumhüpfen, wie viele Teenies aber auch ältere Menschen.
Unser Publikum ist im Vergleich zu anderen Festivals etwas älter Durchschnittlich liegen wir bei 20 – 35 Jahren, würde ich sagen, aber man sieht hier tatsächlich auch Omas, die herumschlendern oder Eltern mit Babys. Es gibt also wirklich das ganze Spektrum von 0 bis 99 (lacht). Im Vergleich zum Grape Festival sind wir definitiv ein bisschen älter. Die Leute beim Grape sind vor allem dort, um Party zu machen. Wenn man das kulturelle Erlebnis bevorzugt, wechselt man zum Pohoda. 

Ihr verkauft hier zwar Bier und Wein, aber keinen harten Alkohol, seit wann ist das so?
Ich weiß nicht genau seit wie vielen Jahren, aber es ist schon recht lange so und wir wollen definitiv, dass es so bleibt. Unseren Erfahrungen nach führt es dazu, dass das Publikum viel mitfühlender, respektvoller und ruhiger miteinander umgeht und insgesamt glücklicher ist. Wir sind überzeugt davon, dass harter Alkohol nicht nötig ist. Es gibt Bier auf dem Gelände und wenn man wirklich harten Schnaps trinken will, dann untersagen wir nicht, dass welcher mitgebracht wird – er darf nur nicht in Glasflaschen sein. Unsere Besucher wissen das und es ist für alle in Ordnung. 


Mit Tabak & Zigaretten ist es wahrscheinlich ähnlich, oder? 
Nein. (lacht) Ich meine, ja, wir überlegen wie wir an das Thema herangehen sollen, weil wir wissen wie viele Leute auf dem Festival rauchen, also wollen wir die Raucher nicht zwingen ihre Zigaretten außerhalb des Festivalgeländes kaufen zu müssen. Zugang zu Tabak gibt es bei uns also und wir planen derzeit nicht, ihn zu verbannen. Es gibt aber eben auch einige gute Gründe ihn nicht übermäßig anzubieten und dafür zu werben: Rauchen ist ungesund und es produziert eine Menge Abfall, der dann z. B. in Form von Zigarettenstummeln auf dem Boden landet. 

Eine letzte Frage: Weißt du zufällig was Michal gestern während seiner Eröffnungsrede im Zelt gesagt hat? Es war ja extrem emotional.  
Ich glaube ja. 2009 gab es hier ein sehr tragisches Ereignis – ein riesiges Gewitter während des Festivals. Wir hatten zwar damals nicht genau die gleichen Zelte, die wir jetzt nutzen, aber eine unserer Zeltbühnen brach während eines Konzerts zusammen. Zwei Besucher*innen wurden dabei tödlich verletzt. Deshalb war das gestrige Eröffnungskonzert und die Rede zehn Jahre später den Opfern dieser Nacht gewidmet. Wir stehen immer noch in engem Kontakt mit den Familien der Betroffenen, und es ist gerade auch für Michal noch immer eine riesige Last. Er hat damals die Entscheidung getroffen das Festival trotzdem fortzusetzen und weiterzumachen – eine Entscheidung, die sowohl für die Besucher als auch für das gesamte Team wirklich schwierig war. Viele der Festivalgäste, die heute bei uns sind, waren damals auch hier und wir hatten das Gefühl, dass wir diesen Moment für sie schaffen müssten. Deshalb habt ihr dieses emotionale Eröffnungsstatement erlebt.

Festivalfinder

Pohoda Festival 2020

9. – 11. Juli – Letisko Trenčín


Alle Infos zum Festival

Teile den Beitrag