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Babytrage und Kamasutra

Portraits vom Auerworld Festival 2015


 
 

text & fotos Johannes Jacobi

Mit dem Rad aus Dortmund angereist, den Mantel als Zeltplane benutzt und im kleinen Lederkoffer das Pilzbuch und ein Taschenkamasutra. Zum Scheißeausleeren nach Leipzig fahren und die Taschenlampe im Ökoklo versenken. Nice to meet you Auerworld.

 

Wir müssen reden! Wir wollen wissen wer ihr seid, was ihr getrunken habt, wie viele Kinder ihr betreut und wie eure Mütter heißen. Ihr macht das Festival laut, leise, sauber, dreckig oder entspannt, kurz: zum dem was es ist.  Deswegen zeigen wir euch!

Vorname: Max / Alter: 31 / Wohnort: Paderborn

Im normalen Leben bist du: Schauspieler am Theater.

Warst du schon auf anderen Festivals?
Ja schon auf einigen. Früher war ich sehr oft auf dem Wacken und generell vielen Metalfestivals, aber da eher unsortiert. Letztes Jahr war noch so ein Festival auf Schleimünde. Ich sage mal auch so irgendwas mit Ökologie. War aber nicht so spannend wie hier.

Und komplett ohne Camping Equipment oder hat das jemand anders mitgebracht?
Ähm… Ja ich habe eine Decke und eine Plane. Die Plane habe ich an den Bauzaun genäht und mit Steinen beschwert. Das ist mein Zelt. Und die Decke ist meine Unterlage und das Ding wo ich mich drin einwickle und das war es dann. Schaut aber sehr unspektakulär aus. Aber es ist schon kalt.

Wie viel Geld gibst du hier aus?
Ich hatte bis jetzt sieben Euro dabei, die wir ganz am Anfang schon für Kaffee ausgegeben haben. Seitdem habe ich kein Geld. Damit hat sich die Frage also geklärt.

Das Dümmste, was dir je auf einem Festival passiert ist?
Wenn ich solche Sachen noch wirklich wüsste… Festivals sind meistens ziemlich verschleiert. Von einem Festival weggehen ist ja auch wie aus einem Traum erwachen und dann hauen die Erinnerungen auch ganz schnell ab.

Und das Beste?
Ich fand letztes Jahr sehr toll, wie die Holländer angefangen haben in der Katastrophenstimmung zu tanzen und Matschrutsche zu spielen. Das hat einem irgendwie die Angst vor der Situation genommen. Es hat irgendwie gezeigt, dass man aus Allem noch irgendwas machen kann. Das war groß!

Wichtigstes Accessoire hier auf dem Festival?
Ist alles sehr wichtig, dadurch dass ich nicht so viel dabei habe. Ich habe so ein kleines Eckiges Ledertäschchen, da ist mein Massagezeug drin, mein Zeichenzeug, mein Schreibzeug, Bücher über Pilze, Bücher über Beeren, Bücher über Heilkräuter und ein Taschenkamasutra. Ich nenn’ es die Freizeittasche.

Vorname: Florentin / Alter: 25

Im normalen Leben bist du: Sozialarbeiter und Bassist und Sänger in einer Band.

Warum hast du dich zum zweiten Mal für dieses Festival entschieden?
Weil es mir letztes Jahr sehr gefallen hat und ich die Atmosphäre sehr schätze. Gerade weil es ein bisschen kleiner ist und es ein angenehmer, netter Rahmen ist. Es ist viel akustische Musik vorhanden und es hebt sich meiner Meinung nach einfach von vielen Festivals ab.

Wie seid ihr angereist?
Leider alle per Auto.

Das Dümmste, was dir je auf einem Festival passiert ist?
Letztes Jahr ist mir hier meine Taschenlampe ins Ökoklo gefallen. Ich habs gleich gemeldet, aber da war dann schön Batteriesäure drin.

Was ist dir auf einem Festival am wichtigsten?
Solidarität, kein Sexismus, keine Homophobie, Gemeinschaftlichkeit, aufeinander aufpassen und keine Diskriminierung.

Vorname: Annemarie / Alter: 23 / Wohnort: Jena

Im normalen Leben bist du: Ich studiere Deutsch als Fremdsprache.

Warst du schon auf anderen Festivals?
Viele Goa Festivals. Boom in Portugal, Freaks of Nature bei Berlin und Fusion natürlich.

Deine Lieblingsband hier?
Mohammad Reza am Sonntag.

Bier oder Schnaps?
Nix davon.

Das Dümmste, was dir je auf einem Festival passiert ist?
Wahrscheinlich dass ich immer über alle Zeltschnüre falle.

Und das Beste?
Die Tatsache, dass man super gut die Zeit vergessen und den ganzen anderen Scheiß beiseite packen kann und nicht drüber nachdenkt.

Wichtigstes Accessoire hier auf dem Festival?
Meine Gürteltasche.

Was ist dir auf einem Festival am wichtigsten?
Das es viele Orte gibt, an denen man gut sitzen kann, weil ich gern Leute beobachte auf Festivals. Und dass die Musik stimmt.

Von einem Festival weggehen ist ja auch wie aus einem Traum erwachen und dann hauen die Erinnerungen auch ganz schnell ab.
– Max

Vorname: Lukas / Alter: 16 / Wohnort: Leipzig

Im normalen Leben bist du: Schüler

Warum hast du dich für dieses Festival entschieden?
Papa wollte her und hat gefragt ob ich mit mag.

Wie viel Geld gibst du hier aus?
Eigentlich nix. Also ist nix geplant, wir haben alles dabei.

Bier oder Schnaps?
Ich bin 16.

Abhängen aufm Campingplatz oder erste Reihe?
Erste Reihe.

Was ist dir auf einem Festival am wichtigsten?
Sicherheit, also das nix passiert.

Wichtigstes Accessoire hier auf dem Festival?
Handy!

Nächstes Jahr wieder hier?
Denke schon, wenn Papa wieder her fährt dann schon.

Vorname: Sophia / Alter: 26 / Wohnort: Leipzig

Im normalen Leben bist du: Mutter von zwei Kindern.

Wie viele seid ihr im Camp?
Fünf Kinder und 6 Erwachsene.

Wie viel Geld gibst du hier aus?
So um die 20 Euro vielleicht.

Wichtigstes Accessoire hier auf dem Festival?
Die Babytrage.

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