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Ich bin doch nur eine*r von Tausenden

Tipps für ein nachhaltigeres Festival


Die schlechte Nachricht zuerst: Ein Festival ist eine Umweltbelastung und wird wohl nie einen positiven Effekt auf das Klima haben. Noch hinterlässt der durchschnittliche Festivalgast etwa drei Kilogramm Müll pro Tag. Das ist zu viel.

text Ann-Sophie Henne
redaktion Verena Simon
fotos Dominik Wagner, Alexander Schneider, Johannes Jacobi, Till Petersen, Max Ottenbacher, Isabel Roudsarabi

Lesedauer 10 Minuten

Wo liegen die Probleme? Und was können wir in der Festivalsaison besser machen, ohne uns allzu sehr einzuschränken?

Ein gedanklicher Ritt ohne erhobenen Zeigefinger durch das Tal der Verwirrung und auf den Berg der Utopie.

1. Die Auswahl des Festivals

Beginnen wir ganz von vorn. Vielleicht findet der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Festivalsaison bereits in der Planungsphase statt. Es geht darum, Nachhaltigkeit zu einem Auswahlkriterium zu machen – neben Musik, Kosten und Besucher*innenanzahl. Das bedeutet also, auf Folgendes zu achten: Wie geht das Festival mit dem Thema um? Welche nachhaltigen Infrastrukturen schaffen die Organisator*innen, um die Umweltbelastung auf ein Minimum zu reduzieren? 

Festivals brauchen umweltfreundliche, geschlossene Systeme für Müll und Strom.

Ein Beispiel dafür, wie das klappen kann, ist das FUTUR 2 Festival in Hamburg. Das besondere daran: Es funktioniert komplett energieautark, generiert also seinen gesamten Strom mit Hilfe von Solarenergie und der Muskelkraft der Festivalbesucher*innen. Zur Müllvermeidung hat es ein Mehrwegsystem für Flaschen und Geschirr etabliert. Zusätzlich arbeiten die Macher*innen daran, die Umwelt durch Informationen auf dem Festival – zum Beispiel ab diesem Jahr die CO2-Bilanz der bei den Foodtrucks erhältlichen Mahlzeiten – ins Bewusstsein der Besucher*innen zu holen. Das Ziel: „Ein kreislauffähiges Festival, dessen Ressourcen vor Ort regenerativ gewonnen werden, beziehungsweise dessen Abfallströme recyclebar sind“, erklärt der Initiator und Organisator Jochen Bader. „Mit dem FUTUR 2 könnte damit ein ganz neuer Typus Veranstaltung entstehen – den man anschließend nicht nur auf Festivals, sondern auch auf andere Bereiche übertragen kann.“

Regionales Essen, Food-Sharing und Kompostklos sind ein Schritt in die richtige Richtung.

Die klare Ausrichtung des Festivals hat natürlich auch Auswirkungen für die Besucher*innen. Es bedeutet, beim Essen auf Fritteuse und Dönerspieß zu verzichten, die Musik ab 22 Uhr über Kopfhörer zu lauschen und ab und an mal für die Betreibung einer Bühne aufs Fahrrad zu steigen. Nimmt das einem Festival den Spaß, die Ekstase, die Unbeschwertheit? Wir glauben nicht.


Dennoch: Wenn wir anfangen, auf Nachhaltigkeit bei Festivals zu achten, müssen wir nicht auf Teufel komm raus ein Festival wählen, das überhaupt keinen externen Strom benötigt. Aber wir können anfangen, eine gewisse Sensibilität für diese Themen zu entwickeln. Und im Folgenden vielleicht eher Festivals mit unserem Besuch unterstützen, die sich offenbar Gedanken in diese Richtung gemacht haben. Das kann man zum Beispiel daran sehen, ob Foodtrucks mit regionalem Essen vor Ort sind, es Food-Sharing-Einrichtungen für überschüssiges Essen gibt, ob Komposttoiletten vorhanden sind, oder das Festivalticket die kostenlose Anreise mit der Bahn enthält. Recyclingsysteme, kompostierbares Geschirr und Solarstrom sind dann die Crème de la Crème. 

2. Rucksack packen

Nach ausführlicher Kennenlern- und Datingphase haben wir uns nun für ein Festival entschieden und beginnen den gedanklichen Packprozess. Dabei kommen wir meistens nicht an den folgenden drei Fragen vorbei: 

  1. Wo bekomme ich ein Zelt und das weitere Camping-Gedöns her, das ich aus unerklärlichen Gründen auch nach gefühlten 1000 Festivalbesuchen immer noch nicht besitze? 
  2. Was ziehe ich an? 
  3. Mit welchen einfallsreichen Festival-Gadgets bekomme ich die Aufmerksamkeit meiner Freund*innen, die mir sonst nie zuteilwird? 

Wenn wir diese Fragen unter unserer Priorität „Nachhaltigkeit“ beantworten wollen, ergeben sich die folgenden Festival-Hacks: 

1. Leih dir das Zelt von Freund*innen aus. Die billigsten Zelte bekommt man heutzutage auf Amazon schon für rund 15 Euro. Das birgt die Gefahr, dem neu erstandenen Besitz einen ziemlich geringen Wert beizumessen. Die Folge: Wenn der Kater am letzten Tag allzu unbarmherzig im Körper wütet, zieht man schon mal in Betracht, einfach alles zurückzulassen. Ein Einwegzelt quasi. Überraschenderweise ist dieses Vorgehen für unsere Müllbilanz wirklich nicht förderlich. Denn egal wie hoch oder niedrig der Einkaufspreis ist: Um dieses Zelt herzustellen, wurde viel Material und Energie aufgewendet. Gehört das Zelt aber deinem Freund oder deiner Freundin, fühlst du dich automatisch verpflichtet, auf die Ausrüstung zu achten und alles wieder mit nach Hause zu bringen. Was übrigens auch zur nachhaltigen Campingausrüstung gehören sollte: To-Go-Becher für den vor Ort gekauften Kaffee und ein eigener Teller mit Besteck!

2. Organisiere eine Festivaloutfit-Tauschparty. Festival-Kleidung ist oftmals ziemlich speziell und für viele eher weniger alltagstauglich. Das führt dazu, dass uns die drei Festival-Outfits, die wir besitzen, irgendwann zum Hals raushängen. Doch bevor du dich entschließt, etwas Neues zu kaufen und damit einen Rattenschwanz an sozialen und ökologischen Folgen hinter dir herzuziehen, bedenke: Deinen Freund*innen geht es wahrscheinlich genauso! Eine Tauschparty funktioniert in der Regel ohne viel Aufwand und Planung. Einfach ein paar Freund*innen einladen, Kaffee und Kuchen oder Sekt auf Eis bereitstellen, Musik an, Kleidung auslegen, lostauschen. Das Schöne daran: Die Tauschparty dient schon zum Einstimmen auf die Festivalsaison. Und wenn du Glück hast, kannst du direkt jemandem ein Zelt abquatschen.

3. Aus alt mach neu. Für einige bewegt sich das Konzept Upcycling jetzt vielleicht schon am Rande der Abstraktion. Doch die Sache wird sicher reizvoller, wenn ihr diese wunderschöne Wegbier-Robe in Action seht, die aus alten Stinkesocken und einem seltsamen schwarzen Band aus einer Kiste im Keller entstanden ist. Upcycling bedeutet ganz einfach, alten, nicht genutzten Sachen ein neues Leben zu geben. Ob ihr dafür die Nähmaschine in die Hand nehmt, euch aus einem benutzten Tetra Pak einen Geldbeutel bastelt oder euren hässlichen alten Mehrweg-Becher mit coolen indigenen Zeichen bemalt (zu früh?), ist völlig egal.

3. Jetzt noch schnell zum Supermarkt

Was den Festivaleinkauf vom normalen Einkauf unterscheidet, ist, dass die Lebensmittel in der Regel möglichst lange halten und hitzebeständig sein sollen. Bei vielen Festivalgästen ein Synonym für: Konservendosen. Diese haben allerdings einen langen und, durch die Erhitzung, energiereichen Herstellungsprozess hinter sich und sollten eigentlich gemieden werden. Wenn wir ganz ehrlich sind, werden wir die Dosenravioli sowieso nicht vermissen. 

Möglichst unverpackt, bitte: Der Müll wird auf den meisten Festivals nicht recycelt, sondern verbrannt.

Natürlich sollte man auch im Alltag darauf achten, Essen möglichst unverpackt zu kaufen. Doch bei einem Festivaleinkauf ist das noch wichtiger, weil unsere Verpackungsreste und sonstiger Müll in aller Regel nicht wie zu Hause recycelt, sondern verbrannt werden. Unter diesen Gesichtspunkten ist es ratsam, den Einkauf schon vor der Hinfahrt zu erledigen und ggf. in Plastik verpackte Snacks in Tupperdosen umzupacken. 

Ein*e Kandida*tin, der*die auf Festivals ohne Anstrengung glänzen kann, ist beispielsweise der Apfel. Er ist nämlich gesund, enthält Fruchtzucker, ist unverpackt erhältlich, oftmals aus der Region und zudem reagiert er nicht empfindlich auf Hitze. Zusätzlich eignet sich eine kleine Auswahl an nicht tierischen Produkten wie Müsli, Fruchtsaft, Nüsse, Reiswaffeln, Knäckebrot, Hummus, Tomaten und Karotten. 

Was brauche ich wirklich, und worauf kann ich verzichten?

Für eine wirklich detaillierte Auseinandersetzung mit der Frage, welche Lebensmittel nun nachhaltiger sind – ob regionales Fleisch oder Avocado aus Chile, Bio-Gurke in Plastik gewickelt oder normale Gurke ohne Plastik, Plastik-Mehrwegpfandflasche aus der Region oder Glasflasche aus China – muss ein eigenständiger Artikel entstehen. 

Was aber jede*r unabhängig davon machen kann, ist, sich beim Einkauf bewusst zu machen: Was brauche ich wirklich, und worauf kann ich verzichten? Was esse ich sonst in drei bis fünf Tagen? Wie viel Hunger habe ich normalerweise bei knallender Hitze und nach drei getrichterten Bier? Werde ich mir nicht sowieso gewisse Dinge vor Ort kaufen?  

Mit diesen non-suggestiven Gedankenanstößen ist man für seinen Einkauf wahrscheinlich schon ganz gut beraten. 

4. Die An- (und Ab)reise

Ein riesiges Einsparungspotenzial liegt in dem, was auf das Packen und Einkaufen folgt: Die Anreise. Laut dem FUTUR 2-Organisator Jochen Bader ist die An- und Abreise mit die größte Verschmutzungsquelle. 

Der Idealfall ist natürlich, sich für ein Festival in der Nähe zu entscheiden und dann entweder mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. Das FUTUR 2 Festival hat das Autoproblem so gelöst: Es gibt auf dem Gelände überhaupt keine Parkplätze für Autos – dafür aber einen bewachten Fahrradparkplatz und eine U-Bahn-Station. 

Kostenlose Blablacar-Alternativen: fahrgemeinschaft.de, mitfahren.de, BesserMitfahren.de und Flinc.

Natürlich sind diese Maßnahmen bei Tagesfestivals im innerstädtischen Bereich leichter zu realisieren als bei mehrtägigen Festivals irgendwo im Wald. Wenn das Festival unserer Wahl nun am anderen Ende Deutschlands oder außerhalb der Landesgrenzen liegt, sind sowohl die Öffis als auch die Fahrradoption eher schwierig.

Eine weitere, im Vergleich zum Auto umweltfreundlichere, Möglichkeit, um zum Festival zu gelangen, sind Busunternehmen wie Eventride, Hardtours, Feierreisen, Partybusse, Getaway Events, Bassliner o. Ä., die die Besucher*innen direkt zum Festival fahren.

Falls es wirklich keinen anderen Weg als das Auto gibt, tun wir der Umwelt einen riesigen Gefallen, wenn wir zumindest Fahrgemeinschaften bilden und die Autos so voll wie möglich packen. Gute und gebührenfreie Blablacar-Alternativen sind zum Beispiel die Plattformen fahrgemeinschaft.de, mitfahren.de, BesserMitfahren.de und Flinc. Manchmal kann man sich auch auf der Facebook-Seite des Festivals unkompliziert mit anderen Besucher*innen kurzschließen oder eine vom Festival eingerichtete Mitfahrbörse in Anspruch nehmen.

 

5. Grün statt Blau – Mein Verhalten vor Ort

Vor Ort gibt es weitere Möglichkeiten, sich für eine nachhaltige oder weniger nachhaltige Variante zu entscheiden. Der wichtigste (nicht selbstverständliche) Trick ist hierbei, sich nach fünf Bier nicht zu verhalten, als wäre man der letzte Mensch auf dem Planeten, kurz bevor die Atombombe fällt. Von diesem kleinsten gemeinsamen Nenner aus kann man dann weiterarbeiten: 

1. Achte auf dem Zeltplatz darauf, dass immer ein Müllsack in der Nähe ist. Der Müll auf dem Gelände wird am Ende zwar in der Regel sowieso von irgendwem aufgesammelt, doch manchmal wird Plastik- und anderer Verpackungsmüll auch vorher weggeweht oder weggeschwemmt und richtet dann in der Umwelt Schaden an. Eine Plastikflasche zum Beispiel braucht laut Umweltbundesamt etwa 450 Jahre, um sich komplett zu zersetzen. Davor teilt sie sich in immer kleinere Teile, kleiner als fünf Millimeter auch Mikroplastik genannt. Diese Teilchen nehmen wir dann zum Beispiel über das Grundwasser wieder in uns auf.  
Tatsächlich sind bei manchen Festivals auf dem Campingplatz wenige Vorrichtungen für den Müll vorhanden und es fühlt sich so an, als wäre das gesamte Gelände ohnehin schon eine einzige Müllkippe. Ein Weg, das innere Faultier zu überwinden, ist, in eurem Zeltbereich mehrere eurer Müllsäcke an Zelt- oder Pavillonstangen zu binden, sodass immer ein Sack in der Nähe ist, wenn man gerade etwas wegwerfen möchte. Wenn du motiviert oder pleite bist, kannst du natürlich auch die Müllsäcke deiner trägen Kompagnons füllen. Der neue Tetra-Pak-Geldbeutel freut sich über zusätzliches Müllpfand! Übrigens: Ein upgecyceltes Festival-Outfit funktioniert auch mit angenähtem Müllsack am Rücken. Das könnte eine Möglichkeit sein, um auf der vollen Tanzfläche etwas Privatsphäre zu gewinnen. *

*dieser Ratschlag wurde noch nicht verifiziert.

2. Sammle Bierdosen und Plastikflaschen. Bei der Abreise hat man eigentlich immer weniger Gepäck als bei der Anreise. Die neu gewonnene Kapazität kannst du nutzen, um Dosen und leichte Pfandflaschen in einem mitgebrachten Sack zu sammeln und auf der Heimfahrt abzugeben. Auf diese Weise werden die Flaschen recycelt oder wiederverwendet, statt mit all dem übrigen Verpackungsmüll verbrannt zu werden. Und der Geldbeutel freut sich wieder!

3. Wirf deine Zigarette in einen tragbaren Aschenbecher und verhindere einen Waldbrand. Wenn du rauchst, lohnt es sich aus ökologischer Sicht, dir einen trag- und verschließbaren Aschenbecher zu kaufen und diesen die komplette Festivalsaison über zu nutzen. Die Asche wird dann zwar auch nicht im Restmüll landen, wo sie eigentlich hingehört – aber zumindest wird der Boden nicht mit Schadstoffen verseucht. Ein gern gesehenes Plus: Du schnippst die Kippe automatisch nicht in trockenes Gras mit der Gefahr, das Festival in Brand zu stecken.

4. Unternimm einen kleinen Spaziergang zum Kompostklo. Manchmal tut ein kleiner Spaziergang wirklich gut! Wenn also auf dem Gelände Kompostklos vorhanden sind, benutze sie – auch wenn du dich dreimal verläufst und unterwegs zwanzig Dixiklos verschmähst. Denn die chemischen Toiletten sind für die Umwelt höchst bedenklich, auch – zumindest bei unsachgemäßer Entsorgung – wenn darauf „biologisch voll abbaubar“ steht. Chemieklos enthalten starke antibakterielle Gifte wie Formaldehyd, die in den Kläranlagen nur hoch verdünnt behandelbar sind. Wenn das nicht passiert, besteht die Gefahr, dass der Zersetzungsprozess zusammenbricht und Abwasser in die Natur abgelassen wird.
Die chemiefreien Kompostklos bilden dagegen einen geschlossenen Kreislauf, indem die Ausscheidungen als Kompost-Dünger verwendet werden. Die Sägespäne halten das Klo außerdem nahezu geruchsneutral.

5. Dusch dir den Kater mit kaltem Wasser weg. Auch wenn die Ausführung manchmal unmöglich erscheint, eine kalte Dusche ist gesund und regt den Kreislauf an. Das hast du umso nötiger, wenn der Kopf dröhnt und der Magen flau ist! Die Umwelt profitiert von deinem kurzfristigen Leiden doppelt: Mit einer kalten Dusche wird in der Regel sowohl Wassermenge als auch Energie eingespart.

6. Putz dir die Zähne dort, wo Waschbecken eingerichtet sind – und nicht neben deinem Zelt. Es ist wirklich verlockend, nachts zum Zähneputzen nicht mehr zur Toilette zu gehen. Doch für den Boden ist die ungefilterte Zahnpasta schädlich, zum Beispiel weil sich darin oft Mikroplastik befindet. Das gleiche gilt übrigens für Shampoo. Verlasse also schweren Herzens deinen Zeltbereich und genieße das Abenteuer, gemeinsam mit fünfzehn fremden Menschen die Beißerchen zu putzen.

7. Regionales Grillgemüse statt Dönerfleisch. Auf jedem Festival kommt irgendwann der Moment, an dem dich deine Nüsschen und Äpfel nicht mehr glücklich machen und der Duft diverser Essensanbieter über dem gesamten Festival zu liegen scheint. Wenn dieser Moment gekommen ist, nimm dir doch kurz Zeit, um das gesamte Angebot zu checken und dich für die gesündere und ökologischere Variante zu entscheiden. Indizien dafür sind vegetarische, möglichst regionale Produkte, die nicht durch eine Fritteuse oder Ähnliches allzu viel Strom gefressen haben.   

8. Teile dein überschüssiges Essen mit anderen. Wenn du absehen kannst, dass du dich beim Essenseinkauf verkalkuliert hast oder eine bestimmte Sache schlicht nicht mehr sehen kannst, haben einige Festivals Food-Sharing-Plätze eingerichtet. Dort kannst du überschüssige Lebensmittel loswerden – und andere mitnehmen.

6. Die Abreise

Das Zusammenpacken nach einem Festival ist immer mit großer Anstrengung und Unlust verbunden – oftmals gepaart mit der Traurigkeit, dass sich die schöne Zeit dem Ende zuneigt. Trotzdem ist es für die Umwelt gerade in diesen letzten Minuten wichtig, dass wir uns noch einmal kurz zusammenreißen. Das bedeutet: Der Bereich, in dem wir unsere Zelte aufgeschlagen haben, sollte idealerweise so hinterlassen werden, wie wir ihn vorgefunden haben – von dem zusammengetrampelten Boden einmal abgesehen. 

Ich bin doch nur eine*r von Tausenden.

Vielleicht hast du manchmal das Gefühl, dass du allein sehr wenig bewirken kannst, selbst wenn du alle oben genannten Vorschläge befolgst. In gewisser Hinsicht stimmt das auch. Doch wie bei allem können wir zusammen viel bewegen. Und Bewegung entsteht aus einem Bewusstsein heraus. Wenn du dein Wissen also mit deinen Freund*innen teilst, und die es teilen, und die es teilen – dann kann das auf lange Sicht die Öko-Bilanz von Festivals grundlegend verändern. Dann nämlich haben wir auf der einen Seite ein Publikum, das weniger Müll produziert und weniger CO2 verbraucht, auf der anderen Seite Veranstalter*innen, die auf diese neue Nachfrage reagieren und versuchen, weitere Maßnahmen für eine nachhaltigere Infrastruktur zu treffen. Und wenn das passiert, muss das Rad nicht neu erfunden werden, denn Festivals wie das FUTUR 2 haben dann bereits Modellprozesse für geschlossene Stromkreisläufe und Recyclingsysteme entwickelt, an denen man sich orientieren kann.  

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