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Stille Örtchen auf dem

Roskilde Festival 2015


 
 

text Johannes Jacobi
fotos Alexander Schneider

Auf dem dänischen Roskilde Festival ist alles noch ein bisschen doller als anderswo. Die Jungs im Nachbarcamp haben eine Anlage mit mehr Bumms als dein Lieblingsclub, der Heimweg nach dem letzten Konzert zieht sich gefühlte zwölf Stunden, der konstante Geruch von Urin führt zu Dauerkopfschmerz und die vier Bier, die dir in der letzten halben Stunde von Fremden untergejubelt wurden, machen es auch nicht besser. Aber irgendwann will jeder mal knutschen, oder zumindest ein bisschen schlafen. Und das schaut dann auf Roskilde so aus…

 

Dein Zelt wurde von deiner besten Freundin und dem Barkeeper gekapert, die Toiletten sind zu abartig, Gruppenyoga ist zu weit weg aber dir ist noch schwindelig vom Sleepless Floor und eigentlich willst du nur ein bisschen Ruhe im Schatten. Stille Örtchen retten Leben und wir haben welche gefunden.





Johannes Jacobi

Hallo, mein Name ist Johannes und ich hatte irgendwann mal die Idee zu diesem Projekt hier. Wenn ich Morgens zu meinem Zelt wanke, es hier und da nach Urin riecht, wenn eine kleine Gruppe von Leuten in ihrem Camp beim letzten Bier noch Britney Spears hört, während im Nachbarcamp zwar schon alle auf ihren Stühlen eingepennt sind, aus dem Ghettoblaster aber trotzdem noch lautstark Heavy Metal läuft – dann finde ich das romantisch. So romantisch sogar, dass ich irgendwann angefangen habe, neben eigenen Veranstaltungen noch für Festivals zu arbeiten. Und so romantisch, dass ich irgendwann unbedingt genau diese Momente festhalten und zeigen wollte. Denn diese Dinge machen Festivals für mich aus.