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Livestreams wegen Corona

Rausgegangen? Dringeblieben! - Kultur im Wohnzimmer


Seit ein paar Tagen ist es offiziell: In einigen Bundesländern haben neben Kindergärten, Schulen und Fitnessstudios auch Kneipen, Bars, Clubs und alle anderen Kultureinrichtungen geschlossen. Höchste Zeit also für Ideen und Konzepte, die sich die Ausgeh-freie Zeit ein bisschen weniger schlimm anfühlen lassen.

text Isabel Roudsarabi
foto Dominik Wagner

Mittlerweile gibt es so etwa unzählige Clubs und Künstler*innen, die Streaming anbieten. Das fernab Kollektiv hat zum Beispiel das komplette Wochenende seine Sets, der eigentlich in der Rummelsbucht stattfinden sollenden Veranstaltung, über Twitch geteilt und Oliver Koletzki legte statt im belgischen Club Kompass eben im Facebook-Feed auf. Viele Berliner Kulturstätten haben sich außerdem mit Arte zusammen getan und die Initiative United We Stream ins Leben gerufen, die am Mittwoch launchen soll.
Auch Rausgegangen aus Köln und ASK HELMUT aus Berlin, deren Mission es eigentlich ist, über die neusten Veranstaltungen zu berichten, haben innerhalb von ein paar Stündchen am Wochenende mal eben die Streaming-Plattform Dringeblieben erschaffen.

„Wenn die Leute nicht zur Kultur kommen, dann bringen wir die Kultur eben in ihr Wohnzimmer“

Künstler*innen, Musiker*innen und alle möglichen anderen Formen von Kulturschaffenden können hier Streams anbieten, die man, natürlich, auf der ganzen Welt bestaunen kann. Die ersten Video-Formate starten schon heute Abend (17.03.) um 18 Uhr. Mit dabei sind unter anderem die Band Kytes, die morgen eigentlich ein Konzert in München gehabt hätten, oder der Poetry-Slammer Quichotte.
Wer selbst etwas beitragen möchte, kann sich über die Website ganz einfach bewerben und entweder mit eigenem Equipment, oder etwa im Greatlive in Köln etwas aufnehmen.

Irgendwie hoffen wir natürlich, das wir bald auch wieder analoge Konzerte besuchen können. Abzusehen ist das allerdings ja noch nicht. Und vielleicht ist der Shutdown eine Möglichkeit, neue Formate zu etablieren und auch in der Veranstaltungsbranche ab jetzt ein bisschen digitaler zu denken. Denn gerade für diejenigen, die sich sonst nicht 8 Konzerttickets im Jahr leisten können, ist diese Form vielleicht zugänglicher.

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