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Höme Unfiltered

Isolation Berlin im Interview


 
 

text Isabel Roudsarabi
redaktion Sonja Winkler, Sebastian Bondrea
fotos Till Petersen

lesezeit 20 Minuten

Isolation Berlin ist unaufdringlich.

 

Isolation Berlin ist bescheiden. Und Isolation Berlin ist mehr als nur ein Gefühl.

Isolation Berlin ist eine deutsche Rockband aus Berlin. Das erzählt Wikipedia. Die Medien erzählen, die Band sei melancholisch, traurig, ein Abbild ihrer Heimatstadt. Und irgendwie stimmt das alles so ein bisschen.

David, Max, Tobi und Simeon sind eigentlich ziemlich normal. Sie sind nicht aufgeregt oder unecht und sie tun das, was sie tun möchten. Man versteht ihre Texte, sie maßen sich nicht an, intellektuell zu sein, sie sind einfach da. Mit ihrer ersten LP Und aus den Wolken tropft die Zeit, die 2016 erschien, hüpften sie direkt in die Charts und zu den Konzerten kamen auf einmal Leute. Seitdem sind sie auch von den Festivalbühnen nicht mehr wegzudenken. Ihr zweites Album Vergifte Dich ist ein bisschen erwachsener, aber mindestens so poetisch und merkwürdig zauberhaft wie der Vorgänger.

Wir haben uns mit ihnen 2019 im Immergut Backstage auf ein bis vier Bier getroffen und über Nervosität, Hotel-Spiegelei und Croissants aus dem Slayer-Backstage gesprochen.

Herzlich Willkommen. Wir fangen jetzt mal ganz unklassisch an. Habt ihr eine Frage, die ihr euch immer schon mal stellen wolltet, euch aber nicht getraut habt? Irgendwas, was euch im Kopf herumschwirrt? Sowas wie „Tobi, warum trägst du eigentlich immer diese Mütze?“
Tobi: Wir sind ja eigentlich wie ein vierköpfiges Ehepaar …wir wissen alles übereinander. Ich glaub wir wollen gar nichts mehr wissen.
Simeon: Jede Frage, wäre eine Frage zu viel…Oder habt ihr Fragen an mich? 
David: Simi!
Simeon: Frag mich! 
David: Warum trinkst du Bier? 
Simeon: Schmeckt gut. 
*alle applaudieren*


Ich hab im Vorhinein natürlich ein paar Interviews mit euch gelesen und hatte das Gefühl, dass es immer um dasselbe ging: Melancholische Texte, eure Beziehung zu Berlin, was dieser Name und was eure Musik eigentlich bedeuten. Wie geht’s euch damit? Vielleicht denkt ihr auch „Ja…das beschreibt uns voll“.
Simeon: Nee. Also gefühlt haben wir einmal ein Interview gegeben und danach haben die Leute die Fragen einfach abgeschrieben. Diesen Rio-Reiser-Vergleich zum Beispiel. Es ist schon ein bisschen nervig … ich find Musikjournalismus in Deutschland ist auch einfach ein bisschen vor die Hunde gegangen. Es wirkt manchmal so, als würden sich die Leute gar nicht wirklich dafür interessieren. Ich mein, wenn man es schon mal irgendwo gelesen hat, muss man es ja nicht nochmal fragen. Als wir am Anfang richtig viele Interviews gegeben haben – das war schon echt anstrengend. Immer dasselbe zu hören, dieselben Fragen und es sind ja auch nicht die spannendsten Fragen der Welt gewesen…
Max: Ich glaub aber da muss jede Band durch … die einzige andere Option wäre, keine Interviews zu geben.

Man bekommt leicht einen Stempel aufgedrückt, oder? “Das sind die Melancholischen, das sind die Fröhlichen, das sind die neuen Hipster…”
Aber was ist denn zum Beispiel eine Sache, die euch so richtig glücklich macht? Gibt’s irgendwas, was angeblich voll contraire eurer Texte ist? 
Tobi: Das ist ja schon das erste Missverständnis, dass alle unsere Texte traurig sind. Ich weiß gar nicht, wo die Leute das hernehmen … natürlich behandeln wir auch Themen wie Melancholie und Trauer, aber genauso viel schreibe ich auch über Hoffnung und Freude und Sehnsucht. Also es ist ja völliger Quatsch zu sagen, dass alles traurig und alles melancholisch ist. Da soll man sich die Texte mal richtig anhören, dann ist die Frage eigentlich schon überflüssig. 
Das ist wie wenn man uns fragt, warum wir immer traurig sind. 
Simeon: Die Frage ist sehr oft aufgetaucht „Seid ihr eigentlich immer traurig?“ Also allein diese Frage zu stellen ist so absurd, weil Menschen ja mehr als ein Gefühl haben. 
Max: Außer wir.
Simeon: Ja, außer wir – wir sind einfach immer traurig. 
David: Die Frage macht sich aber ganz gut als Headline für ’nen Artikel, deshalb ist das sehr gut nachvollziehbar, dass man die dann immer wieder gestellt bekommt. 

Wenn wir jetzt schon mal beim Thema Gefühle und Emotionen sind: Findet ihr irgendwas so richtig beschissen?
Simeon: Wenn Menschen an Rolltreppen stehen bleiben, wenn sie oben ankommen, zum Beispiel. 
Alle: Das ist die Hölle! 
Simeon: Oder wenn Leute aus einer Tür rausgehen und dann in der Tür stehen bleiben und dann erstmal doof gucken… Ich will einfach gerade aus laufen und dann stehen sie da so, als wären sie Erdmännchen, die nicht abgeholt werden. 
Simeon: Hotel-Kaffee ist auch die Pest. 
Tobi: Das macht dich richtig wütend. 
David: Ja, das macht mich wütend. Ich hab’ eigentlich maximale Ignoranz gegenüber vielen Dingen, aber ich hasse Hotel-Kaffee. Ich find das auch einfach gut, wenn es nach was schmeckt und nicht nur nach Spargelpisse. 

 
 

Wie ist das so mit eurer emotionalen Welt über die Jahre, die ihr jetzt schon Musik gemacht habt? Fühlt ihr euch abgestumpft? Gibt’s überhaupt noch irgendwas, was euch schocken oder glücklich machen kann? Oder ist das irgendwie alles Alltag für euch geworden? 
Tobi: Es gibt auf jeden Fall Sachen, die schocken. Aber abgestumpft … das Wort benutzen wir auch selber relativ häufig. Wir haben einfach so viel Zeit auf Tour miteinander verbracht, dass man auf jeden Fall abstumpft. 

Wie fühlt sich das an, immer mit denselben Leuten Zeit zu verbringen? 
Simeon: Dafür müsste man ja das Gegenteil kennen…
Viele Bands hören dann irgendwann auf, weil sie es nicht aushalten. Deshalb hat das Abstumpfen vielleicht auch etwas Gutes. Wir sind dadurch einfach cool miteinander, selbst wenn wir den größten Bullshit labern, gehen wir uns nicht auf den Sack.
Max: Es ist vielleicht schon so ‘ne Art Abwehrhaltung. Wir haben die gemeinsam entwickelt und ich glaube deshalb funktioniert das jetzt auch. Deswegen streiten wir uns auch relativ wenig. 
David: Ich würde nicht mal sagen entwickelt, das ist schon ’ne zu große Aktivität … ich glaub das ist einfach so passiert.

Wie war es denn am Anfang für euch? Was habt ihr vorher gemacht? Bevor es durch die Decke gegangen ist, was war euer Lebensalltag? 
Tobi: Ich hab fünf Jahre von Harz 4 gelebt das war mein Leben. 
David: Ich nur zwei.  

Tobi: Aufstehen, Zähne putzen, Spazieren gehen und Schreiben das war’s eigentlich. Fünf Jahre lang. Ich habe auch Nebenjobs gemacht, mit Max zusammen, so Stage Hand Sachen, in nem‘ Cafe hab ich gearbeitet. Aber wir haben alle schon immer Musik gemacht. Und jetzt ist es eben ein bisschen besser und wir müssen nicht nebenher arbeiten. Ich glaube wir haben alle schon seit über 10 Jahren unser ganzes Leben auf die Musik fokussiert.

Ihr hattet also nicht das Gefühl das ihr irgendwas aufgeben musstet um jetzt Musik zu machen? 
Simeon: Wir haben ja nie was anderes ausprobiert. Alle anderen Sachen waren eher so Mittel zum Zweck, aber mehr auch nicht. 
Max: Es gab wirklich nicht viel zum Aufgeben.

Vermisst ihr irgendwas? Einen Alltag zu haben? Oder denkt ihr euch manchmal „Ey wäre cool vielleicht irgendwann einen 9 to 5 Job zu haben? 
Alle: Ne. 
Tobi: Das wäre der größte Alptraum überhaupt. Das hat keiner von uns jemals gemacht und wird keiner von uns jemals machen … Wir könnten das gar nicht.

Wie habt ihr euch weiterentwickelt in der Zeit, in der ihr mit Isolation Berlin unterwegs seid? Habt ihr etwas gelernt?
Tobi: Uiuiuiuiui…schwierige Frage. 
Simeon: 

Ich hab manchmal das Gefühl ich hab mich musikalisch irgendwie weiterentwickelt, aber geistig ein bisschen zurückentwickelt. 

Wie meinst du das? 
Simeon: Naja abstumpfen halt. Also man verlernt beim Touren zum Beispiel ein ganz normales Gespräch zu führen. Du triffst dich mit normalen Menschen irgendwo und wenn du dann mit denen redest dann sitzt du da wie son‘ Brot und starrst die Wand an und es kommt nichts raus. 
Max: Aber ich würde auch sagen, dass wir uns musikalisch und in dem, was wir machen – dass wir da besser geworden sind. Dafür lassen die sozialen Fähigkeiten nach … in meinem Fall auf jeden Fall.

Habt ihr Ziele? Vielleicht gar nicht nur auf die Musik bezogen, sondern sowas wie: „Ich wäre gern in zwei Jahren ein bisschen sozialer“? Oder: „Ich würd’ gern Leuten wieder in die Augen gucken können, wenn ich mit ihnen rede“?
Tobi: Also ich bin eigentlich viel sozialer geworden, weil ich vorher nie mit Leuten reden musste. Ich saß viel alleine in der Kneipe und hab mit niemandem gesprochen. Mittlerweile muss ich das plötzlich und kann tatsächlich Leuten antworten, Gespräche führen. Davor hab ich mit niemandem geredet, niemandem in die Augen geschaut. Also das hab’ ich tatsächlich lernen müssen.
Max: So zu werden, das wär mein Ziel. 
Tobi: Max möchte so werden wie ich. 

Seid ihr Menschen, die viel Aufmerksamkeit brauchen oder seid ihr eher zurückgezogen? Und hat sich das verändert durch eure Arbeit in der Musikbranche?
David: Das ist vielleicht direkt angeknüpft an dieses Problem mit den sozialen Fähigkeiten, was Max gerade erwähnt hatte. Keine Ahnung ich hab beispielsweise am liebsten möglichst wenig Aufmerksamkeit. 

Ist dir das gerade unangenehm, dass wir gerade dieses Gespräch führen? 
David: Nö. Aber …
Aber du wärst gerade lieber woanders? 
David: Nö auch nicht. Aber da kommen wir wieder zu der Abstumpf-Geschichte. Das ist so ähh … okay halt.
Tobi: Bei uns ist jetzt keiner so, dass er umbedingt Aufmerksamkeit braucht.






Aber gefällt’s euch? Ihr habt ja relativ schnell relativ viel Zuspruch bekommen. Wie habt ihr das erlebt? 
Max: Also wir haben das gar nicht mitbekommen, weil wir die ganze Zeit auf Tour waren. Der einzige Unterschied für uns war, dass auf einmal Leute auf den Konzerten waren.  
Simeon: Das war gut. Wir haben vorher auch schonmal vor drei Leuten gespielt, die dann während des Konzerts gegangen sind. 
Max: Aufmerksamkeit als Band wollen wir natürlich, sonst würden wir das ja nicht weiter machen.
Tobi: Ich glaube das ist auch einer der Gründe, warum es keine krassen Spannungen gibt. Es gibt keinen in der Band, der unbedingt Aufmerksamkeit will, um jeden Preis. Wir wollen natürlich das man uns kennt, weil wir davon leben wollen. Und wir wollen, dass sich unsere Konzerte verkaufen, weil wir nix anderes tun wollen, aber wir sind nicht Aufmerksamkeits-geil oder so.
Es wäre aber auch falsch zu sagen, wir machen die Platten, die wir jetzt machen nur für uns, weil wir ja auch wollen, dass Leute uns hören und das wir uns weiterentwickeln.
 Manche haben uns vielleicht aufploppen gesehen, aber bei uns ging es eigentlich relativ langsam. Dann kamen halt mal 10 Leute mehr, dann mal 40. Das heißt, wir haben das emotional gar nicht so wahrgenommen, dass da irgendwas passiert. 
Max: Mit uns haben sowieso nicht so viele Leute geredet …

Fühlt ihr euch unter Druck gesetzt?  
Max: Ich hab nicht das Gefühl, dass uns jemand von außen unter Druck setzt. Also ich kann nur persönlich sagen, dass ich mir wahrscheinlich den meisten Druck selbst mache. Ich hab‘ aber nicht das Gefühl, dass es irgendwie Leute gibt, die wirklich was erwarten. 
Simeon: Gibt’s wahrscheinlich, aber das ist uns auch egal. 
Max: Natürlich erwarten sie was…
Tobi: … aber wir beschäftigen uns nicht mit Erwartungshaltungen von anderen Leuten. Natürlich spürt man das ein bisschen. Man hat Erfolg, dann ist ein Publikum da und dann kommt die neue Platte… natürlich ist es im Hinterkopf. Aber wenn wir arbeiten, überlegen wir uns erstmal, was wir selbst gerade machen wollen. Was ist da? Was kommt dazu? Was anderes können wir ja gar nicht machen. Wenn die Leute dann enttäuscht sind, ist es halt so.
Simeon

Wenn man anfängt Erwartungshaltungen von Fans, Hörern, der Presse oder irgendwem zu erfüllen, dann hat man sowieso schon den falschen Weg eingeschlagen. Dann wird das nicht mehr gut.

Max: Man merkt, dass sich das Publikum auch ändert. Bei der ersten Platte hatten wir, glaube ich, viele Leute, die einfach von uns gelesen haben und dann so dachten: „Okay, ich will jetzt mal zum Konzert und checken, was die machen“. Das waren aber keine wirklichen Fans. Beim letzten Album waren das dann schon eher Leute, die sich mehr mit uns beschäftigt haben. Vielleicht auch, weil die erwarten, dass wir dann noch ein gutes Album rausbringen…Vielleicht auch nicht.

Hattet ihr irgendwie mal so einen Moment in den letzten Jahren, wo ihr ans Scheitern gedacht habt? Oder wo ihr euch damit beschäftigt habt, was so passieren könnte, wenn es jetzt nicht mehr weiter geht? 
Tobi: Es gab gar nicht wirklich Zeit darüber nachzudenken, weil wir alle so beschäftigt waren in der ganzen Zeit. 
David: Ganz am Anfang war das Feedback ja auch relativ ernüchternd. Und dadurch ist man so ein bisschen, ja keine Ahnung, imprägniert. Und schnallt das dann gar nicht richtig. 
Tobi: Es gibt ja auch nicht 50 Villen die wir abbezahlen müssen oder so. Also wir würden jetzt nicht so groß fallen, wenn wir plötzlich nicht mehr so viel Geld verdienen würden. Der Sturz wäre einfach nicht so riesig, wenn wir ein bisschen weniger hätten. 

Es ist ja auch ’ne Ego-Sache, vielleicht nicht unbedingt des Geldes wegen, aber vielleicht für euch persönlich. 
Simeon: Da ist dann auch so ein bisschen die Frage, was „Fallen“ dann genau ist. Also ich mein natürlich wird’s irgendwann mal ’ne Durststrecke geben und es wird scheiße laufen, aber das ist ja normal…einfach weiter machen. 
Max: Wenn’s jetzt aufhören würde, dann würde es sich einfach unfertig anfühlen. Wir hatten irgendwie ’ne gute Idee, konnten aber nur die Hälfte davon umsetzen. 
Simeon: Wenn wir irgendwann mal sagen würden „Jetzt habe wir es geschafft“, dann kannst du auch direkt ‘nen Haken dran setzen und aufhören.

Was wäre denn der Moment, in dem ihr das sagen könntet? Dann ist ja der Antrieb eigentlich nicht mehr da, oder?
Tobi: Wir haben ja nicht dieses eine Ziel.

Das Ziel ist eigentlich immer der nächste Song, das nächste Album, die nächste Tour.

Es gibt keine größeren Ziele, die man sich vornehmen kann. Wir wollen halt am liebsten unser ganzes Leben einfach von Musik leben. Das ist unser Lebensziel vielleicht.
Max: Ich wüsste auch nicht, was so ein großes Ziel wäre …möglichst viel Geld verdienen?

Habt ihr Angst vor irgendwas?  
Tobi: Die Angst vorm Sterben auf jeden Fall. 

Denkst du da viel drüber nach? 
Tobi: Geht. *lacht* Aber wer hat denn keine Angst vorm Sterben ?

Ich glaub‘ es gibt einfach super viele Leute, die da nicht drüber nachdenken. Man lebt halt so in den Tag hinein.
Tobi: Na vor was hast du Angst, David?

Simeon: Eingeklemmt in der U-Bahn zwischen ganz vielen Leuten stecken bleiben.
David: Hotel-Spiegelei. Wirklich die kriegen das oft nicht hin.
Max: Ist das so 'ne tiefsitzende Angst?
David: Ja. Und dann ist da immer so flüssiges Eiweiß, was da so drin rumschwimmt und dann muss ich diesen Glibber da irgendwie fressen. Ja das ist total eklig man!

Mögt ihr lieber Eiweiß oder Eigelb?
David: Gelb. 
Max: Was macht man in Drinks rein? Eigelb? 
Tobi: Welche Drinks denn? 
Simeon: Whisky Sour …
Max: Ist eh egal, man hat ja sowieso immer beides zusammen.

Was trinkt ihr am liebsten. Habt ihr einen Warm-Up-Drink, den ihr immer vor’m Auftritt trinkt? 
Tobi: Bier. Langweiligste Antwort der Welt.
Max: ‚Ne Zeit lang hatten wir Sekt-E. 
David: Das war aber ’ne sehr kurze Zeit. 
Max: Das war nur ein Abend. Es hat sich aber angefühlt wie 20. 
Tobi: Und es war so schrecklich…Herzrasen, Schweißausbrüche…das mach‘ ich nie wieder.

Was habt ihr so für Gedanken, wenn ihr dann auf der Bühne seid? 
David: Kommt drauf an, wo man spielt glaub ich …
Simeon: Ich hab‘ mich manchmal dabei erwischt, dass ich an sonst was gedacht hab‘ und dann beim Spielen irgendwann aufgewacht bin. Dann waren die Gedanken so: Hab‘ ich überhaupt gespielt? Bin ich noch da? 
Simeon: Ich hab schon ab und zu mal an Einkaufslisten gedacht. 

Was ist das erste woran ihr nach dem Aufwachen denkt, wenn ihr auf Tour seid? 
Tobi: Aua! Aua!
Max: Duschen. 
Tobi: „Hat jemand das Frühstück geholt?“ ist eigentlich immer der erste Gedanke. Oder: „Wo bin ich?“
Simeon: Es ist so ein allgemeines Stöhnen, weil wir eh schon viel zu spät ins Bett sind und das Hotelbett schlecht ist.

Empfindet ihr euer Leben als anstrengend? 
Max: Manchmal schon, aber ich glaube, ehrlich gesagt, einen normalen Job zu haben ist anstrengender.
Tobi: Es ist schon sehr anstrengend. Körperlich, aber manchmal auch Kopf-mäßig.
Simeon: Das ganze Leben auf der Baustelle oder ein Leben lang bei der gleichen Firma am Fließband oder im Büro zu sitzen – das würde mich mental halt so fertig machen, da würde ich kaputt gehen. Da hab ich lieber so ein paar Verschleiserscheinungen im Gehirn und im Körper vom Touren. 

Merkt ihr das schon? 
Tobi: Noch nich, nee. Ich finde eher, dass es eigentlich immer weniger anstrengend wird. Natürlich touren wir viel, aber früher sind wir mit Amps unter dem Arm 9 Stunden mit der Bahn irgendwo hingefahren, das war halt richtig anstrengend. Jetzt werden uns mehr Dinge abgenommen. 

Was schreibt ihr auf euren Rider außer Rubbellose? 
David: Trinkvogel – gab‘s bisher aber nie. Das ist ’son Vogel aus Glas, die stellt man halt in ein Glas und dann kippt der seinen Schnabel in das Getränk. 
Tobi: Überraschungen stehen noch drauf. Das sind dann meistens Überraschungseier.
Simeon: Sekt. 
David: Haben wir den nicht gestrichen, weil irgendwer meinte: Sodbrennen wuuuääääh?
Max: Lokale Tageszeitung. 
Simeon: Dann steht da noch sowas drauf wie „kein Weißbrot, sondern Vollkornbrot“, weil auf der ersten Tour wurden wir verwöhnt mit sehr schlechtem Essen und Weißbrot und wenn man dazu exorbitant viel Bier trinkt, nimmt man halt innerhalb von 10 Tagen 8 Kilo zu, kommt nach Hause, freut sich, dass nichts mehr passt und muss gefühlt erstmal in die Reha gehen. 


Wie wichtig ist euch euer Aussehen? 
Simeon: Also ich habe wieder angefangen Sport zu machen, weil ich in letzter Zeit zu fett geworden bin und es nicht mehr ausgehalten hab‘, ansonsten ist es mir relativ egal.
Max: Ich habe aufgehört auf Tour zu essen, so wirklich.

Wirklich?
David: Du hast doch noch nie auf Tour gegessen? 
Max: Naja, früher haben wir auf Tour mehr gegessen. Ich esse jetzt weniger damit ich genau so viel trinken kann.
David: Ich denke zu Hause drüber nach aber nicht auf Tour.
Simeon: Es ist halt die Hölle. Du kommst in irgend so einem gammligen Club an, stinkenden Toilette und schaust in einen verwurschtelten Spiegel und versuchst dann da dich schön zu machen. Aber das kriegt man ja nicht hin, weil das Licht sowieso immer scheiße ist. Man steigt aus dem Bus aus, ist irgendwie verquaddelt…
David: Voll mit Hautpartikeln aus der Klimaanlage…
Simeon: Dann kann man auch gleich drauf scheißen.

Also seid ihr keine eitlen Menschen?
Tobi: Na doch würde ich schon sagen.


Max: Eitel ja, aber man muss sich halt damit abfinden, dass man trotzdem  hässlich ist. *lacht*
Tobi: Ich achte schon drauf, dass meine Socken zum Hemd passen. 
Simeon: Du hast sie sogar vorhin noch gewechselt.
Tobi: Ich habe sie tatsächlich gewechselt, weil ich mir ein anderes Oberteil angezogen hab‘. 

Habt ihr irgendwas ohne dass ihr nicht aus dem Haus geht? Ein Gegenstand vielleicht, der zu euch gehört? 
Tobi: Also eigentlich diese Mütze hier. Mittlerweile bin ich schon fast abergläubisch und ohne sie fühle ich mich nackt auf der Bühne.

Woher kommt das, war die schon immer da oder ist sie plötzlich einfach da gewesen?
Tobi: Sie war einfach immer da und begleitet mich schon den ganzen Prozess der Band über. Ich bin eh ein bisschen zwanghaft in manchen Sachen. Wenn ich nur eine Sache ändere werde ich direkt nervös.

Wie geht ihr mit Nervosität um? Seid ihr noch nervös vor einem Auftritt oder ist das mittlerweile auch schon Alltag?
Tobi: Ich bin immer nervös.
David: Ich nie. 
Max: Ich bin manchmal nervös. Es ist auch egal wie viele Leute da sind, es kommt echt immer einfach auf den Abend drauf an.

Macht ihr etwas um die Nervosität in den Griff zu bekommen?
Tobi: Ich zieh mich meistens ein bisschen zurück, ich brauch ein bisschen Ruhe. ich leg‘ mich dann auch hin und mach die Augen zu. 
Max: Ich würde sagen es ist vielleicht auch gut, mal nervös zu sein.
Tobi: Total gut ja. Für mich persönlich ist das wichtig.

Gab es schon mal einen Moment, wo ihr auf die Bühne gegangen seid und es war euch egal, wie ihr spielt oder ankommt?
Tobi: Ja doch, gab’s schon öfter mal. Dann ist es wirklich schwierig meine  Geschichten zu erzählen, vor allem für mich als Sänger. Wenn ich da nicht so  emotional reingehe, dann fühle ich mich nicht wohl auf der Bühne. Es gab schon Momente, in denen ich wusste, dass ich gerade diese Emotion nicht rüberbringen kann, alles einfach anstrengend ist. Manchmal hab‘ ich das: Da ist kein Mensch vor der Bühne und die, die da sind beachten mich sowieso nicht. Dann hab ich auch keinen Bock, denen meine Seele zu präsentieren.

Also habt ihr das Gefühl, dass ihr, jedes Mal wenn ihr auf die Bühne geht, euch selbst offenbart oder könnt ihr euch mittlerweile ein bisschen distanzieren von dem, was ihr macht?
Tobi: Naja, jeder macht ja ein bisschen was anderes auf der Bühne. Ich bin jetzt halt der einzige der eine Geschichte erzählt. 

Gut, aber ihr seid ja irgendwie als Band zusammen – die Geschichte funktioniert ja im Grunde nur mit der Musik. Oder fühlt ihr euch da alle unterschiedlich? 
David: Es ist locker unterschiedlich, ja. Also von der Musik distanziert würde ich jetzt bei mir persönlich nicht sagen. Aber wenn man länger auf Tour ist, dann distanziert man sich irgendwie vom Moment, von der Situation, weil es ja krass wiederholend ist.

Habt ihr dann noch das Gefühl ihr seid es noch selbst, die auf der Bühne stehen? Habt ihr manchmal das Gefühl: Ich geh‘ da jetzt raus und mach mein Ding – aber so 100-prozentig fühle ich es nicht?
Simeon: Schwierig, ich werd eher so zum Schlagzeug. Also weniger ich, sondern das Ding. Also was mich zum Beispiel nervös macht oder stresst, wenn ich spiele ist, wenn ich merke, dass irgendein Mikrofon sich wegdreht und ich denke, ja scheiße, was ist jetzt das für ’ne Kacke und dann kommt keiner und stellt es wieder richtig hin. Dann drehe ich halt innerlich komplett durch und denke: Mhrrg!

Denkt ihr viel über euch selbst nach, reflektiert Ihr?
Max: Ja doch zu viel.
David: Ich versuche es zu vermeiden.

Kann auch wehtun.
Tobi: Ja tut meistens weh. Tut immer weh. 

Okay, bevor wir alle anfangen zu weinen kommen wir mal zu spaßigen Themen.
Gibt es einen Festival Moment in den letzten Jahren der euch in Erinnerung geblieben ist. Ein Highlight oder Lowlight?

Max: Ein Highlight war es als du aus Versehen bei Slayer in den Backstage gegangen bist und die Croissants gegessen hast. 
David: Ja, okay. Wir haben auf dem Maifeld Derby gespielt und am nächsten Tag war das Festival vorbei und Slayer haben auf diesem Festival gespielt …
Simeon: … und du bist nachts betrunken durch’s Fenster geklettert…
David: Das war nicht nachts, das war morgens, aber trotzdem ich bin dann durch ein Fenster geklettert und habe vom Hotel irgendwie den Weg zurück zu diesem Gelände gefunden ….
Max: Das waren locker 3 km…
David: Okay, dann waren es halt 3 km und ich bin wieder ins Backstage  gegangen, weil ich dachte da gibt’s vielleicht Frühstück und dann war es halt aktuell der Backstage Bereich von Slayer.

Dann wurde ich, von Slayer’s Tourmanager glaube ich, zusammen gefaltet, weil ich Slayer’s abgezählte Croissants gegessen habe.

Simeon: Auf welchem Festival war das, wo ich vom Trampolin geflogen bin? Fuchsbau? Ich war knüppel dicht, nachts, und bin auf ein riesengroßes Trampolin gestiegen, da musste man mit einer Leiter drauf. Ich hab‘ mich total gefreut im Suff, bin dann leider mehrere Meter durch die Luft geflogen und habe mit dem Gesicht auf dem Schotter gebremst. Ich hatte eine Zigarette im Mund und das hat dann so funken geschlagen. Daneben war das Sani-Zelt, also bin ich direkt dahin. Die haben mich nur ausgelacht. Am nächsten Tag konnte ich nicht mal mehr so einen wabbeligen Burger von Burger King essen, weil meine Zähne verschoben waren. 
Tobi: Das waren die Highlights.

Gibt es etwas, das euer Traumfestival haben müsste?
Tobi: Freibier und so viele Toiletten wie Menschen. Das wär‘ so der Traum.
David: Mehr Toiletten als Menschen!
Tobi: Jeder hat seine eigene Toilette und seinen eigenen Zapfhahn. 
David: Spielen vielleicht mal auf dem Glastonbury auf der geilen Pyramide.
Max: Zum Spielen gibts total viele. Aber zum Hingehen?

Na wenn ihr es euch aber zu selber zusammenbauen könntet, mit unbegrenzt Budget? 
Max: Dann würde ich mir ein riesig langes Line-Up zusammen bauen, das nur aus meinen Lieblingsbands besteht.

Was sind eure Lieblingsbands? Hört ihr alle das gleiche? 
Tobi: Wir machen zwar zusammen Musik, aber eigentlich hören wir nicht zusammen Musik. 
Max: Wir hören eigentlich alle eher für uns allein Musik. Außer wenn irgendwer irgendwas entdeckt hat. Dann hör‘ ich mir das mal an.

Jemand für den du gerne Support spielen würdest oder so? Oder die für euch Support spielen sollten. 
Tobi: Mit Nick Cave würde ich gern mal was machen.
David: Nick Cave hätte ich gerne mit auf Tour. 
Max: Nick Cave hätte ich gern als Support. 
Tobi: Das wäre ein Traum. Mit Nick Cave auf der Bühne stehen. Das wär‘ ein großer Tag in meinem Leben.
Max: Den würde ich auf mein Line-Up schreiben. 

Wie hört ihr Musik? 
Tobi: Ich höre am liebsten im Auto mit Kopfhörern.
Max: Ich höre eigentlich den ganzen Tag nur Musik zu Hause, entweder von Platte oder mit Kopfhörern. Je nachdem, ob ich die Platte besitze, oder eben nicht. Aber ich hör‘ mir auch Sachen an, die ich nicht kenne. Meistens einen Künstler und dann direkt die halbe Discographie durch, auch über einen längeren Zeitraum. Also ich höre nicht 1.000 Sachen gleichzeitig.

Wer war das zuletzt?
Max: Zuletzt war das J Dilla. Ein alter Hip-Hop-Producer, hauptsächlich Instrumentals. Ja, okay, ich habe viel Gras geraucht beim Musik hören in letzter Zeit, deswegen hab‘ ich auch sehr viel Hip-Hop gehört, was eigentlich ein krasses Klischee ist.
Simeon: Ich höre zum Beispiel unterwegs nie Musik. Es ist auch mal ganz geil wenn man unterwegs ist und die Stadt hört oder die Geräusche in der Umgebung. Wenn man Musik macht und ständig was hört, wird das irgendwann einfach zu viel – ’ne Übersättigung oder so. Ich höre dann lieber zu Hause bewusst Musik, setze mich zwei Stunden hin. Aber ich mach‘ Musik nicht als Hintergrund-Beschallung an, oder geb mir ’ne Spotify Playlist. Das geht mir mega auf den Zeiger.

Ich mache das zum Beispiel oft, um meinen Kopf auszuschalten, weil ich nicht über irgendwas nachdenken will. Dann gibt’s einfach irgendeine Indie Playlist.
Tobi: Bei uns ist es halt genau umgekehrt.
David:

 

Musik ist eine der wenigen Sachen bei der ich den Kopf nicht abschalten kann.

Max: Wir hören immer nur Musik, wenn wir uns wirklich drauf konzentrieren können. Ich glaube, deswegen hören wir auch im Tourbus nicht aufmerksam zusammen Musik.
Simeon: Oder hören ganz bewusst Schrott Musik…
Max: Ja, oder eben man hört ironisch Musik, aber das ist ja nochmal was anderes.
David: Im Tourbus ist es ja auch Quatsch, weil der Motor so unfassbar laut ist und die Anlage auch immer scheiße.

Was macht ihr im Tourbus, wenn ihr unterwegs seid?
Simeon: Schlechte Filme gucken.

Welche schlechten Filme?

Simeon: Da gehste zum Supermarkt, Kaufhof oder so, an den Grabbeltisch und holst dir für einen Euro irgend 'nen Film mit 'nem schlechten Cover. Und dann wird der da reingeschmissen.

Max: Ich glaube wir haben auch dreimal This is Spinal Tap geguckt. 
David: Und auch mehrere Male Praxis Dr. Hasenbein.
Simeon: Oder alle Helge Schneider Sachen. Oder Airplane!. Oder irgendwas mit „Verrückte Reise im Bus“, „Verrückte Reise im Flugzeug“ – alle möglichen Komödien. Traumschiff.
Max: Hauptsächlich Schrott eigentlich. Wenn man im Bus zusammen sitzt, dann kann man sich nicht ernsthaft mit guter Kunst beschäftigen.
David: Das bleibt dann nicht hängen.


Habt ihr Hobbies? Stricken oder Yoga?
Tobi: Naja, ich lese gern… Lesen, Tanzen…*lacht*
Max: Oh Mann, unsere Existenz ist so traurig, weil wir eigentlich immer nur dasselbe machen. 
David: Wir haben doch neulich mal einen Hobby-Test gemacht in der Bravo.
Simeon: Stimmt, das ist eigentlich ein Hobby von uns. Bevor wir losfahren holen wir uns eine Bravo, da sind immer so großartige Tests drinnen. Dann werden die durchgezogen. Das dauert halt immer sehr lange, weil sechs Leute das beantworten müssen. Dann wird ausgewertet und dann weiß ich zum Beispiel, welche Charakterzüge wir haben.

Wart ihr schon mal selbst in der Bravo?
Simeon: Das ist zum Beispiel ein großer Traum, so einmal in der Bravo
Max: …Einmal die Akt-Seite zu bekommen…

…mit einem Megaposter, das dann so lebensgroß ist…
Simeon: Ja genau wie die Backstreet Boys früher. Aber Hobbies? Ich habe halt wieder angefangen Sport zu machen. 
Max:

Ich hätte bestimmt ein Hobby, wenn ich ein Leben hätte… also außerhalb der Band.

David: Früher haben wir immer gesagt unser Hobby ist Saufen.

Voll legitim.
David: Aber das gehört ja mittlerweile auch zum Beruf
Simeon: Eine Profession.
Tobi: Arbeit.

Habt ihr das Gefühl ihr trinkt zu viel? Oder seid ihr ganz zufrieden?
David: Beides.
Simeon: Auf der ersten Tour haben wir halt so viel gesoffen, dass ich mittlerweile nicht mehr das Gefühl habe, dass wir zu viel trinken, weil wir’s ganz schön reduziert haben.
Max: Es ist schon sehr gediegen geworden. Ich glaube wir sind einfach professioneller geworden.
David: Es war schon unmenschlich. 
Simeon: Wenn man das jetzt mit anderen Menschen vergleichen würde die einen gewöhnlichen Beruf haben, würde man wahrscheinlich sagen wir sind Schwerst-Alkoholiker.
Ne, passt schon. Wir können noch sprechen. Oder wirken wir anders. 

Auf mich wirkt ihr sehr fit.
Max: Danke. Bist du dir sicher?

Ich weiß ja nicht wie es dann gegen Abend wird. Wann müsst ihr heute Abend los? Habt ihr einen straffen Zeitplan?
Max: Wir spielen um zwölf und danach trinken wir wahrscheinlich noch 5 Stunden…

Dann quatschen wir noch mal und führen dasselbe Interview noch mal…
Max: …und dann geben wir dir die ehrlichen Antworten.
Simeon: Das ist ja zum Beispiel dieser typische Tour Trott: Es ist scheißegal wann du losmusst, du wirst sowieso immer um zehn oder elf aus dem Hotel geschmissen.
David: Ob du nun sechs oder zwei Stunden pennst, der Tag fühlt sich immer gleich an. 

Wie kriegt ihr das mit Familie und Freunden unter einen Hut? Wie fühlt es sich an diese zwei Welten zusammen zu bringen? 
Max: Bei mir geht’s, weil alle meine Freunde machen dasselbe wie wir.
Simeon: Ganz am Anfang habe ich schon gemerkt, dass ich viele Freunde von früher plötzlich gar nicht mehr gesehen hab‘. Das hat mich ein bisschen gestört. Das ist aber dann aber auch eher eine Organisationsfrage. Wenn man zurückkommt muss man sich halt zusammenreißen und dann kann man sich auch treffen. Ich habe auch letztes Jahr ein Kind bekommen, da hab‘ ich dann schon viel drüber nachgedacht. Aber bis jetzt funktioniert das super, die kommen dann halt einfach mit. Wir spielen auch gerade nicht so viel. Wäre das vor drei Jahren gewesen, hätte ich gar nicht gewusst wie.

Gab es einen Zeitpunkt, an dem ihr realisiert habt, dass das mit der Musik funktioniert? 
Max: Ich würde sagen, als das erste Album rausgekommen ist, weil dann hat man gesehen: Okay, es kommt in die Charts und auf unserem Terminkalender standen 100 Konzerte im Jahr. Da habe ich gedacht, vielleicht haben wir jetzt eine Etappe geschafft, von dem, was wir schaffen wollten. 
Simeon: Bei mir war’s eigentlich schon davor, als das erste Mal ein Konzert gespielt haben und ich gemerkt habe, dass Leute wirklich aktiv wegen uns kommen. Davor hat man halt auch schon gespielt aber den Leuten war’s irgendwie scheißegal oder sie fanden es Kacke oder es war halt keiner da.
Max: Ich weiß noch, wir saßen mal oben auf einer Empore und haben die ganzen Leute zur Tür reinkommen sehen. Wir dachten so: Was? Wieso kommen jetzt alle zu unserem Konzert? Davor ist niemand gekommen und auf einmal kamen 400 Leute. Das war ein Big Moment.
Simeon: Das war schon krass, nach jahrelangem durch die Scheiße stiefeln, dass da dann auch irgendwas passiert.
David: Bei mir war’s als wir das erste Album aufgenommen haben.

Gibt es eine Sache, von der ich euch wünscht, mal danach gefragt worden zu sein? Eine Sache, die ihr schon immer mal erzählen wolltet? Egal ob jetzt euren Freunden oder der ganzen Welt.
Alle: Null!

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