
Haltung zeigen als Veranstalter*in: Strategien gegen Rechtsextremismus im Eventbereich
Die Eventbranche ist ein Spiegel der Gesellschaft. In Zeiten zunehmender Polarisierung wird die Positionierung gegen Rechtsextremismus für Veranstaltende nicht nur zur moralischen Pflicht, sondern zum festen Bestandteil einer modernen Corporate Social Responsibility (CSR). Erfahrt hier, wie ihr euer Event resilient gestalten und proaktiv Vielfalt fördern könnt.
Von der Bühne in die Gesellschaft: Haltung als Markenkern
Haltung ist im Event-Kontext längst kein „Nice-to-have“ mehr. Sponsor*innen, Artists und eure Besuchenden erwarten heute, dass Events sichere Räume bieten. Ein klares Bekenntnis zu demokratischen Werten schützt nicht nur eure Marke, sondern stärkt die gesamte Kulturlandschaft. Doch wie sieht eine wirksame Strategie gegen Rechts in der Praxis aus?
CSR im Eventmanagement: Warum Neutralität ein Risiko ist
Wer sich als „unpolitisch“ versteht, läuft Gefahr, von Gruppierungen vereinnahmt zu werden, die die Freiheit der Kunst und Kultur einschränken wollen. Eine proaktive Positionierung wirkt präventiv: Sie schreckt Akteur*innen mit menschenfeindlichen Ansichten ab und zieht gleichzeitig Partner*innen an, die Wert auf Diversität und Inklusion legen.
1. Rechtssichere Grundlagen schaffen
Der Kampf gegen Rechts beginnt bereits bei euch im Büro. Ihr solltet eure Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)und die Hausordnung so rechtssicher formulieren, dass Personen mit verfassungsfeindlicher Gesinnung oder entsprechenden Symbolen der Zutritt verwehrt werden kann. Das gibt eurem Sicherheitspersonal die notwendige Handhabe für konsequentes Handeln.
2. Awareness-Konzepte als Standard
Ein modernes Event benötigt ein durchdachtes Awareness-Konzept. Das bedeutet für euch:
- Ansprechpersonen: Ein geschultes Team, das für Betroffene von Diskriminierung klar erkennbar ist.
- Safe Spaces: Rückzugsräume für Menschen, die sich bedroht oder unwohl fühlen.
- Kommunikation: Klare Beschilderung auf dem Gelände, die zeigt: „Hier ist kein Platz für Hass.“
Für alle, die sich mehr zum Thema informieren wollen, haben wir gemeinsam mit dem Act Aware e.V. einen Guide entwickelt, der euch bei der Erstellung eures Awareness-Konzepts hilft, Tipps und Praxisbeispiele gibt.
Checkliste: 10 Praxistipps für eure Stimme gegen Rechts
Um eure Veranstaltung nachhaltig gegen rechtsextreme Einflüsse zu schützen, könnt ihr folgende Maßnahmen direkt umsetzen:
- Code of Conduct veröffentlichen: Erstellt einen Verhaltenskodex für Besuchende, Staff und Artists und macht diesen bereits beim Ticketkauf sichtbar.
- Booking-Check: Prüft eure Line-ups und Speaker*innen nicht nur auf Reichweite, sondern auch auf deren gesellschaftliche Positionierung. Nutzt Beratungsstellen bei Unsicherheiten bezüglich „Grauzonen-Bands“.
- Security-Briefing: Schult euer Sicherheitspersonal gezielt im Erkennen von rechtsextremen Codes, Modemarken und Symbolen.
- Flächen für Zivilgesellschaft: Bietet demokratiefördernden NGOs und Initiativen (z. B. Kein Bock auf Nazis, Amnesty International, lokale Bündnisse) kostenfreie Standflächen auf eurem Event an.
- Ticketing-Integration: Gebt euren Gästen die Möglichkeit, beim Ticketkauf einen kleinen Betrag an Organisationen gegen Rechts zu spenden (Optionaler Soli-Euro).
- Catering & Lieferketten: Achtet darauf, dass eure Dienstleistenden und Lieferant*innen eure Werte teilen. Vermeidet Kooperationen mit Unternehmen, die durch rechte Vernetzungen bekannt sind.
- Sichtbare Statements: Nutzt eure Screens, Bauzäune oder Durchsagen zwischen den Programmpunkten für klare Botschaften für Vielfalt und Demokratie.
- Digitale Moderation: Überwacht eure Social-Media-Kanäle aktiv (Community Management), um Hate Speech und rechte Unterwanderung in den Kommentaren sofort zu unterbinden.
- Netzwerkarbeit: Tretet Verbänden wie der LiveKomm oder regionalen Kulturnetzwerken bei oder schließt euch uns an, um Teil von Höme zu werden und damit Zugriff auf Wissenswertes, Guides und Events zu allen möglichen Purpose Themen zu erhalten. Gemeinsam ist eure Stimme lauter und rechtlich besser abgesichert.
- Nachhaltige Dokumentation: Haltet Vorfälle und eure Reaktionen darauf fest, um euer Konzept stetig zu verbessern und Transparenz gegenüber Partner*innen zu schaffen.
Fazit: Haltung als Qualitätsmerkmal
Eure Veranstaltungen sind Orte der Begegnung. Wenn wir diese Räume schützen, schützen wir unsere demokratische Basis. Eine klare Kante gegen Rechts ist kein politisches Wagnis, sondern ein Zeichen von Professionalität und Verantwortung im modernen Eventmarkt.
Bei Höme setzen wir uns in jedem Schritt unserer Arbeit mit Themen auseinander, die die Branche bewegen. Wir wollen mit gemeinsamen Aktionen, Guides und Projekten unsere Stimme nutzen, um die Eventlandschaft zu einem inklusiven, diversen und nachhaltigen Ort zu machen.
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