Magazin

Ein Interview über Booking und das Drumherum

Geschmacksfragen mit dem Sacred Ground Festival


Nicht so groß, gemütlich und sehr familiär – Das Sacred Ground Festival findet erneut im beschaulichen Trampe, eine Stunde außerhalb von Berlin statt. Ein Festival, bei dem sich die auftretenden Acts auch gern mal unter das Publikum mischen und das gesamte Festival über bleiben. Die Anwohner*innen des kleinen Dörfchens sind ebenfalls involviert und kuratiert wird das Schmuckstück von Frank Wiedemann & Ry X. Klingt liebenswert? Finden wir auch – und deswegen haben wir dem Mitveranstalter Max Wentzler ein paar Fragen geschickt.

redaktion Johannes Jacobi
fotos Joris Felix Patzschke, Alexander Jedermann

Bitte stell dich doch mal kurz vor. Name, Alter, wie lange bist du schon für das Booking zuständig und wie fing alles an bei dir?
Ich bin Max Wentzler, 32 Jahre alt und veranstalte das Sacred Ground seit 5 Jahren, zusammen mit meinen zwei Partnern Frank & Ry. Die beiden kuratieren das Festival und laden ihre Freund*innen ein, sowie Künster*innen die sie schätzen und kennen lernen wollen. Mein Team und ich kümmern uns um das Drumherum. Wir schauen, dass alle Glücklich sind und ein paar der Künstler*innen / Bands bringen wir auch selbst auf die Bühne jedes Jahr. 

Drei Tracks, die heute in deiner Playlist laufen?
Arutani – Urleiwand 
Still Woozy – Goodie Bag 
Jordan Rakei – Talk to Me 

Ein Track, der in diesem Jahr bisher besonders häufig bei dir gelaufen ist?
Polo & Pan – Plage isolée

Wie würdest du das Rezept für euer Line-Up in einem Satz zusammenfassen?
Unerwartete & unkonventionelle Künstler*innen, die wegen der Musik und nicht nach dem Trend eingeladen werden und den Gästen viel Spaß machen. 

Was schätzt du, wie viele Band/DJ Bewerbungen bekommt ihr jedes Jahr? Hörst du alle durch und sind die für euer Line-Up überhaupt relevant?
Wir bekommen jedes Jahr mehr Bewerbungen. Das freut uns natürlich, bringt uns aber auch an die Grenzen des Hörbaren. Für dieses Jahr haben wir ca. 250 Bewerbungen bekommen. Wir versuchen uns alles anzuhören, da man immer wieder überrascht wird und die Bewerbung dann doch relevant ist. 

Wie gehst du mit der Erwartungshaltung eurer Gäste um? Es ist ja unmöglich es allen recht zu machen, aber trifft dich Gemecker und Kritik persönlich?
Unser Ziel war & ist es, ein Ort zu schaffen, an dem sich die Künstler*innen und Gäste auf einer Ebene begegnen, an der selben Bar was trinken und zusammen bis zum Sonnenaufgang tanzen. Wo man mit seiner Familie hinfahren kann, alle Spaß haben können und alle mit dem Gefühl nach Hause fahren, etwas seltenes erlebt zu haben. Das Festival findet auf einem privaten Gutshof statt, mitten im 36-Häuser Dorf Trampe und nicht auf einem großen anonymen Gelände. Ich denke, dass unsere Gäste sich genau deswegen entscheiden, zu uns zu kommen und es weiterzuerzählen. Kritik finde ich wichtig und interessant, da es uns durch die Augen unserer Gäste schauen lässt. Manchmal gehen die Erwartungen auseinander, aber das kommt sehr selten vor. 

Gibt es so etwas wie einen größten persönlichen Erfolg beim Booking der letzten Jahre? 
Ich freue mich jedes Jahr auf die Einladungen, die Frank & Ry rausschicken. Alle Künster*innen / Acts bekommen bei uns seit Beginn die gleiche Gage und das macht es so spannend. Sie spielen hier, weil ihnen es Spaß macht und sich meist alle schon untereinander gut kennen. Vielen bleiben spontan über das Wochenende wenn sie kein Anschluss-Booking haben oder sie kommen das nächste Jahr als Gäste wieder.

Wie viel Prozent eures Line-Ups für dieses Jahr sind schon bestätigt?
Zum Glück 100%! 

Kannst du schon mehr darüber erzählen? 
Ich freue mich, dass die Qualität der Talente dieses Jahr wieder extrem hoch ist und, dass Künster*innen & Bands, die schon mal da waren, wieder zu uns kommen und teilweise zusammen ein Set spielen. Außerdem haben sich verschiedenen Bereiche, wie z.B. die Ambient Area, weiterentwickelt und machen das Festival noch Facettenreicher.

Drei Acts aus euer Festivalvergangenheit, an die du dich besonders gern erinnerst – und warum?
– 1. Jahr – Spontane zwei Stunden Jam Session von David August, Frank Wiedemann & Ry X. Muss man nicht erklären oder? 
The Invisible im 3. Jahr. Unfassbar gute Live Band! 
Roman Flügel letztes Jahr im Zirkuszelt. Selten so ein intensives Set gehört. 

Das erste Festival, welches du selbst besucht hast und was ist dir davon besonders in Erinnerung geblieben?
Das war das Southside vor einer Ewigkeit und definitiv Radiohead und die Beatsteaks

Drei Festivals, die dich inspirieren und deren Line-Ups wir uns unbedingt anschauen sollten?
Form Festival 
Secret Garden Party 

Drei Festivals, die du in der Vergangenheit selbst besucht hast?
NOS Alive, Lissabon 
Le Guess Who? 
FEEL 

Drei Festivals, die du in der Zukunft noch besuchen möchtest?
Form Festival 
Monticule Festival 
Bucht der Träumer 

Mit allem Geld der Welt, was wäre dein Traum-Act für euer Festival?
Björk oder Radiohead 

Auf welchen Wegen findest du neue Musik?
Befreundete Künstler*innen & Freund*innen.

Zum Abschluss verrate uns doch noch bitte deinen Geheimtipp für 2019. Welchen Act sollte sich niemand entgehen lassen?
W.H. Lung! 

Festivalfinder

Sacred Ground Festival 2019

12. – 14. Juli – Trampe Brüssow, Uckermark


Alle Infos zum Festival

Teile den Beitrag