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Gefühl und Begeisterung – Die Geschichte von Booking und Trailern:

Interview mit Stefan Reichmann vom Haldern Pop


 
 

interview Johannes Jacobi
fotos Alexander Schneider

Das Haldern Pop Line-Up ist weit mehr als eine Anhäufung zugkräftiger Namen. Ein Fahrplan des Vertrauens vielleicht, denn auf kaum einem anderen Festival scheint ein solch enges, selbstverständliches Verhältnis zwischen Machern und Besuchern zu herrschen. Ein Beispiel dafür sind die diesjährigen Trailer, die sich so ganz und gar nicht in die Schublade von Festivaltrailern packen lassen. Was steckt dahinter? Und wie sehr werden wir scheitern bei dem Versuch, solch ein Gefühl und so einen Fahrplan in Worte fassen zu wollen?

 

Hallo Stefan, danke dass du dir Zeit für uns nimmst. Kurz zum Reinkommen: Wie viele Bands auf wie vielen Bühnen werden insgesamt auf dem diesjährigen Haldern Pop spielen?
Es sind ja auch Konstellationen von Künstlern, die in verschiedenen Zusammensetzungen auftreten. Das macht es unscharf, aber auch spannend. Mit der Haldern Pop Bar, der Kirche, dem Studio, dem Spiegelzelt, der Hauptbühne und dem ‚Marktplatz‘ auf dem Festivalgelände, als reduzierter ‚Straßenmusik-Bühne‘ sind es sechs verschiedene Auftrittsorte, wobei letzterer ein Ort des Zufalls sein wird. Was für eine Wundertüte das Festival mit seinen über 60 auftretenden Künstlern/Bands ist, werden wir sehen und hören.

Wann und mit wie vielen habt ihr mit dem Booking angefangen?
Das mit dem Buchen beginnt schon kurz nach dem vergangenen Festival. Aus irgendeinem geheimnisvollen Impuls heraus nimmt es dann Fahrt auf. Es gibt kein Booking-Team. In der Regel reise und buche ich alleine, bleibe aber immer in Kontakt zu unseren Leuten im Haus. Durch unsere ‚Pop-Bar‘ und den Plattenladen wird viel über Musik geredet und philosophiert.

Gibt es bei euch hausintern so etwas wie einen Booking-Codex? So in dem Sinne von: Was geht, was geht nicht?
Eben nicht. Das künstlerische Konzept ist eine stetige Entwicklung und ein ständig mäandernder Fluss. Es ist sicherlich von persönlichen Stimmungen, aber eigentlich nicht von Kalkül beeinflusst. Vielleicht wird man mit den Jahren mutiger in der Hinsicht, sich und keinem anderen etwas beweisen zu müssen. Vor allem, wenn man weiß, wie viele andere Punkte für ein gutes Festival sonst noch wesentlich sind, dann relativiert sich jeder Aspekt und fügt sich zum Ganzen.

Wir wussten früh, dass wir kein ‚cooles‘ Festival sein wollten.

Dieser Begriff ist an sich schon so ein Vielfalt-Killer. Am liebsten genre- und generationsübergreifend und am Ende ist es eine gute Geschichte – wenn denn alles passt.

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