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Ein Interview als Zeitreise

Erste Schritte mit Humming Bee


 
 

interview Isabel Roudsarabi
fotos Humming Bee

Neben den heute überwiegend auf den Spotify Accounts dieser Welt gespeicherten autogetunten Hip Hop Playlists oder Techno Sets ist es doch ganz schön, wenn es mal wieder ein bisschen analoge Einflüsse auf die Ohren gibt. Humming Bee aus Lübeck überzeugen dabei mit folkigen Arrangements, die uns die U-Bahn Fahrten im grauen Winter sicher etwas ertragbarer machen werden. Die Gründungsmitglieder Wiebke, Patrick und Jonas haben Höme von ihren musikalischen Anfängen erzählt.
Ihr Debütalbum, passend betitelt: „Cheerful Sounds“ erschien am 30 Oktober.

 

Erstes Konzert als Besucher:
Patrick: Avril Lavigne im Hamburger Stadtpark. Die Tour zu ihrem zweiten Album.

Wiebke: Die Prinzen beim Hansefest in der kleinen Stadt Salzwedel.

Jonas: Meine ersten größeren Konzerterfahrungen habe ich auf dem Hurricane Festival 2011 gemacht. Irie Révoltés, the Subways, Clueso und Chase and Status waren Acts die hängengeblieben sind. Beindruckt bin ich im Nachhinein allerdings besonderes von meinem Energielevel, der Kommunikationsfreude und den Massen an überteuerten Mischgetränken, die ich an diesem Wochenende konsumiert habe.

Erstes Konzert auf der Bühne:
Patrick: Jugendgottesdienst während der Konfirmationszeit, nicht mein Ding gewesen, aber naja, ich wollte unbedingt mit Leuten regelmäßig Musik machen. Die Leute in der Kirche waren gut organisiert. Das Konzert war ganz schön. Es war in der Stadtkirche in Neustadt in Holstein und es war ein Sommerabend, Samstag. Mit vielen hatte ich den Tag am Strand verbracht und da Anwesenheitspflicht galt war es auch voll, aber die Stimmung war trotz der Motivationspeitsche wirklich eine Schöne. Meine Mam‘ war da, das war schön. Sie meinte, dass mir die Bühne steht, allerdings hat sie mich gebeten in Zukunft nicht mehr durchgehend Kaugummi zu kauen – das sieht dann doch nicht so cool aus wie im Fernsehen (es war am Ende total zerfasert – ich war schrecklich nervös). Kurz nach dem Konzert hab ich dann eine Metalband gegründet.

Wiebke: Das allererste Mal mit der Schulbigband im lokalen Veranstaltungsgebäude. Aber das erste Mal mit der eigenen Band war natürlich viel beeindruckender. Das war mit Humming Bee in der Kulturwerkstatt Forum in Neustadt.

Jonas: Ich habe als Kind mit meinem Bruder in unserem Wohnzimmer kleine Fantasiebühnen mit Zelten aus Waldorf-Seidentüchern aufgebaut. Dann haben wir unsere Eltern eingeladen und mit Spielzeuginstrumenten Konzerte improvisiert.  

Erstes Mal Crowdfunding:
Patrick: Befreundete Band Poems for Jamiro

Jonas: Ebenfalls Poems for Jamiro

Wiebke: Für einen Wanderer, der zu Fuß von Amsterdam nach Istanbul gelaufen ist und dabei für eine Schule in Nepal gesammelt hat.

Erste gekaufte Platte:
Patrick: HIM – Join me

Wiebke: Wise Guys – Alles im grünen Bereich

Jonas: Mein erstes Album war von André Rieu. Daran habe ich im Kaufhaus im Vorbeigehen Interesse gefunden und meine Mutter davon überzeugt, dass ich mir das wirklich zum Geburtstag wünsche. Ich war noch im Kindergarten und weiß noch wie ich ganz zur Freude meiner Geburtstagsgäste zu André Rieu auf dem Sofa herum sprang. Es folgten Alben von Nena, Herbert Grönemeyer und Britney Spears.

Erstes Festival selbst gespielt:
Humming Bee:  COAL – Campus Open Air Lübeck 2017

Erstes Mal Backstage:
Patrick: Kulturwerkstatt Forum Neustadt e. V.  bei irgendeinen Act…

Wiebke: Beim lunatic Festival in Lüneburg. Da hat mich jedenfalls zum ersten Mal der Austausch mit den anderen Bands so überwältigt.

Jonas: Im Schultheater in der Lichttechnik. Die kleine Kabine ermöglichte einen schönen Blick auf die Bühne und eine wirklich knisternde Atmosphäre.

Erstes Mal campen:
Patrick: Zu lange her…

Wiebke: Mit meinem Vater und meinem Bruder inklusive Paddeln im Colibri-Faltboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Zwar bei viel zu viel Wind und nur mit Strickpulli bewaffnet, aber mit Dosen-Ravioli und Gruselgeschichte. Es war wunderbar. Seit dem bin ich ein absoluter Camping-Fan.

Jonas: Die ersten Campingerfahrungen habe ich im Zelt in unserem Garten gemacht. Das war ein echtes Abenteuer für mich, aber zum Glück waren mein Bruder und eine gute Freundin aus der Nachbarschaft dabei.

Erster geschriebener Song:
Patrick: Irgendein Metalfetzen 

Jonas: Down by the Ocean ist einer der ersten Songs, die wir als Band vervollständigt haben. Wir haben kürzlich mit Chocolate Sessions ein Video bei Sonnenaufgang zu diesem Lied gedreht. Das findet man auf YouTube.

Erstes mal alle zusammen Musik gemacht:
Wiebke: Oktober 2014. Ich hatte mich mit Patrick zum Jammen verabredet und Jonas war dann auch dabei. Er hatte einen eigenen Song mitgebracht, den haben wir dann sofort arrangiert. Am nächsten Tag sind wir zusammen nach Hamburg gefahren und über den Flohmarkt geschlendert. Wir haben beinahe eine 12-Saiten-Gitarre gekauft und als der Händler fragte, ob wir eine Band seien, haben wir selbstverständlich genickt. Für mich war das die Geburt der Band.

Erster Proberaum:
Patrick: Kurz danach

Wiebke: Wir hatten den unglaublichen Luxus in der Musikhochschule Lübeck proben zu dürfen.  Mit geheizten Räumen und einer guten Anlage. 

Erste Show im Ausland:
Patrick: Tonder Festival Dänemark, glaube 2014 (offene Bühne)

Jonas: Eine Show unterschiedlicher Musikkurse einer Highschool in Canada, an der ich zehn Monate verbringen konnte. Es war sehr beindruckend, was zum Teil komplett unerfahrene Musiker in einem Semester auf die Beine stellen konnten.

Erstes eigenes Instrument:
Patrick: E-Gitarre

Wiebke: Eine Blockflöte. Und dann die liebe dicke Berta, meine Trompete mit riesigem Schalltrichter und warmen Sound.

Jonas: Mein erstes richtiges Instrument war eine Konzertgitarre für Kinder auf der ich noch heute ab und zu herum klimpre.

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