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Angenehm unangenehm:

Geschichten vom Stoabeatz Festival


 
 

redaktion Tina Huynh-Le
fotos Lisa Stoettinger

Als wir das erste Mal vom Stoabeatz Festival hörten, fand die Sause als Tagesfestival auf einem Berg statt und die Gäste wurden per Ski-Lift zum Gelände befördert. Inzwischen ist das Stoabeatz allerdings ein 3-Tages Festival mit Camping, direkt am See und mit Ausblick aufs Tiroler Kaisergebirge. Schade um die Fahrt im Lift, aber schaut trotzdem – oder genau deshalb – ziemlich nach Urlaub aus.

 

Wir haben uns von drei Teammitgliedern kurze Anekdoten über Klopapier und Liftprobleme erzählen lassen und packen schon mal Wanderstiefel und Badehose ein.

Bernhard Geisler / dabei seit 2014 / Booking, Klopapier & Gründungsmitglied

Angenehm
Tag drei beim STOABEATZ 2017 vormittags. Auf dem Weg zu den Camping WCs gab‘s schon viele Hallos und nach vollbrachtem Werk wurde ich dann auch noch zum Frühstück samt Gitarrenbegleitung und viel Sonne im Gesicht eingeladen. Spätestens jetzt wussten wir, dass der Schritt an den See und zu mehreren Tagen richtig war. Richtig lässig war auch, dass zufällig genau zwischen Steaming Satellites und Erwin & Edwin unweit ein Feuerwerk abgeschossen wurde. Es war zwar von einer Hochzeit am See nebenan, aber es hat einfach perfekt zu diesem Wochenende gepasst.

Schwierig, einen Moment zu nennen, da es so viele echt schöne Momente und Begegnungen gab, aber der Schritt zu einem Mehrtagesfestival und somit auch zum Festivalcamping hat das Ganze nochmal viel familiärer gemacht. Die Leute sind einfach immer da und man kann sich über Verschiedenstes austauschen.

Unangenehm
17 Uhr STOABEATZ 2016, damals noch im alten Steinbruch an der Mittelstation am Zahmen Kaiser. Festivalbeginn 18 Uhr. Es hat geblitzt, gedonnert, es war stürmisch. Der Lift konnte bei diesen Bedingungen natürlich nicht fahren. Was jetzt? Wird’s wieder? War alles für die Fische? Es war extrem hektisch. Ein Blick auf den Wetterbericht und ein Telefonat stimmten uns dann aber leicht positiv. Tatsächlich: Als ich nach Kleidungstausch dann wieder im Festivalgelände angekommen war, kam die Sonne gerade übers Kaisergebirge und hunderte Festivalfreunde saßen schon im Gras. Alles wieder gut.

Stephan / dabei seit 2015 / Künstlerbetreuung

Angenehm:
Letztes Jahr war ein besonderes Jahr, denn zum ersten Mal probierten wir, das Festival über 3 Tage durchzuziehen. Das Vorhaben war mit viel Risiko verbunden und ja – das Wetter, die Besucher, die Künstler, alles funktionierte einwandfrei. Leider hat man während der Tage oft nicht wirklich die Zeit, die Momente vollends zu genießen und wahrzunehmen. Als das Festival dann durch war und einige Wochen später das Aftermovie erschien, wurde mir schlagartig bewusst: Es hat geklappt, es war ein voller Erfolg und wir haben es geschafft. Diese 3:33 Min haben mich das volle Ausmaß des Festivals wohl erst nochmal richtig realisieren lassen.

Unangenehm:
Schon von Beginn an freute ich mich persönlich sehr auf einen unserer Main Acts. Als dieser dann endlich pünktlich auf der Bühne stand und seine Show abzog, musste ich bei einem Blick ins Publikum feststellen, dass die Stimmung leider am Boden war und der Act nicht funktionierte, wie wir uns das als Organisatoren vorgestellt haben. Der Pre Headliner hatte die Hütte schon vorher so abgerockt, dass es danach stimmungsmäßig eine Spur zu ruhig wurde. Als Künstlerbetreuer war ich immer nah an den Künstlern und die anschließende Situation, in der mich die Band in ihrem Backstagezelt traurig und enttäuscht fragte, was sie denn meiner Meinung nach falsch gemacht haben, war wohl der einzig wirklich negative Moment beim letztjährigen Festival. Denn falsch haben sie sicherlich nichts gemacht, aber uns wird sowas beim Line Up sicher nicht mehr passieren.

Lisa / dabei seit 2016 / Grafik und Fotografie

Angenehm
Gemütliche Stimmung, gefüllte Music-Festival Area, gespanntes Warten auf den Headliner. Kühles Getränk in der einen und Kamera bereit gehalten in der anderen Hand, als Wallis Bird auf die Bühne kam und das Publikum so unglaublich mitriss, dass kaum eine/r nicht das Tanzbein schwing. Dieser Moment war so energiegeladen und einzigartig schön, dass mich jedes mal beim Fotos betrachten die Gänsehaut überkommt. Kurz zusammengefasst: Stoabeatz – einzigartig, energiegeladen, gemütlich – einfach super!

Unangenehm
Wer kennt das nicht, wenn man am Festival zur späteren Stunde – oder wie in meinem Fall zur frühen Morgenstunde – nach dem Aufstehen so richtig dringend eine Toilette aufsuchen muss… Leider mit vergeblicher Suche nach Toilettenpapier. Naja, was soll’s, wenigstens waren die Kabinen so sauber wie auf kaum einem anderen Festival. Es ist halt doch ein Festival und kein Luxushotel – und das ist auch gut so.

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