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5 Fragen, auf die wir in der Eventbranche 2026 gespannt blicken

Das Jahr 2026 ist da – und mit ihm ein Berg an Aufgaben, aber auch eine riesige Portion Vorfreude. Wir haben fünf Fragen gesammelt, die uns in den kommenden Monaten als Kompass dienen, um Herausforderungen in neue Chancen und echte Aufbruchstimmung zu verwandeln.

01 – Resilienz:
Wie schaffen wir Strukturen, die langfristig unsere Energie aufrecht erhalten?

Resilienz ist 2026 kein Modewort mehr, sondern Überlebensstrategie. In einer Zeit, in der Krisen in der Welt und der Festivallandschaft zur Konstante geworden sind, antworten wir oft mit einem „Höher, Schneller, Weiter“ – ein Reflex, der uns leider nur allzu häufig auch ausbrennen lässt. Wie schaffen wir 2026 also, unsere eigenen Werte und Ansprüche mit einem Blick auf unsere mentale Gesundheit zu verbinden? Wie behalten wir langfristig und nachhaltig unsere Energie für die Dinge, die uns wirklich am Herzen liegen?

02 – Neuerfindung vs. Nostalgie: 
Braucht es jetzt radikalere Veränderungen?

Schwindende Ticketverkäufe lassen sich einfach mit kleineren Geldbeuteln oder verschobenen Freizeit-Prioritäten einzelner Zielgruppen erklären. Aber wieso verschreiben dann einige Festivals seit Corona wieder einen Aufschwung und andere bleiben Zahlen-seitig auf der Strecke? Der Gesamtmarkt zeigt: Die Zeit der Festivals ist noch lange nicht vorbei. Deutschland ist und bleibt einer der stärksten Festivalmärkte weltweit. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es mit Festivals weitergeht, sondern eher: Wie können wir besser verstehen, was die Dinge sind, die den Kern des Events ausmachen – die Identität und Identifikation stiften – und welche alten Marotten könnten dringend mal ein Update gebrauchen, um Platz für Neues zu schaffen?

03 – Sicherheit: 
Wie schaffen wir mehr Schutz, ohne das Festivalgefühl zu verlieren?

Das allgemeine Sicherheitsbedürfnis hat sich massiv verschoben. Nach den Ereignissen & Anschlägen der letzten Jahre und verschärften Auflagen stehen wir 2026 vor einer Herkulesaufgabe: umfangreichere Konzepte, mehr Nachweise und höhere Kosten. Wie lässt sich das Ganze also bei ohnehin schon gestiegenen Produktionskosten finanzieren?
Und wie bauen wir Schutz so, dass er trägt, statt zu erdrücken?

04 – Von Nachhaltigkeit zu Regeneration: 
Wie hinterlassen wir einen positiven Handabdruck?

Viele Festivals & Venues haben mittlerweile mehr oder weniger umfassende Konzepte und arbeiten mehr oder weniger fleißig daran, ihren Fußabdruck so gut es geht zu reduzieren. Wäre doch also mal Zeit, zu überlegen, wie wir das Ganze umdrehen und sogar positiv zur Nachhaltigkeit in allen Dimensionen beitragen können. 

Finizio macht es vor: Sie haben bis 2030 eine Testerlaubnis, ihren Trockentoiletten-Dünger in Brandenburg auszuprobieren. 
Zum Thema sozialer Handabdruck findet ihr seit einer Weile auf Leaving Handprints außerdem unzählige Maßnahmen für die Stärkung eurer Konzepte.

05 – Politisierung & Haltung: 
Wie halten wir gemeinsam Kurs, wenn das politische Klima rauer wird?

Im European Festival Report geben 19% der befragten Festivals an, im letzten Jahr Ziel eines Boycotts gewesen zu sein. Die Herausforderungen kommen dabei von verschiedenen Seiten und sind oft kaum miteinander vergleichbar: Einerseits wächst der ethische Druck aus der Community – sei es durch Kritik an kontroversen Acts oder an Verbindungen zu Investoren mit fragwürdigen Portfolios.

Andererseits erleben wir einen zunehmenden institutionellen Druck. Während wir in Ländern wie der Slowakei (s. Pohoda) oder Serbien (s. EXIT) offene staatliche Repression sehen, zeigt sich in Deutschland oft ein „leiser Entzug“. Wenn Genehmigungsprozesse plötzlich zur unüberwindbaren Hürde werden oder kommunale Förderungen für alternative Projekte im neuen politischen Klima wegbrechen – wie es in Brandenburg oder Sachsen spürbar ist – stehen ganze Existenzen auf dem Spiel.

Wie navigieren wir gemeinsam als Branche also durch das aktuelle politische Klima? Wo verläuft die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und notwendiger Abgrenzung? Welches vermeintlich „falsche“ Booking kostet mich am Ende gute Beziehungen, öffentliche Gelder oder sogar das Event selbst? Und vor allem: Wie können wir uns als Veranstaltende mit demokratischen und solidarischen Werten gegenseitig empowern und unterstützen?

Auf eine inspirierende Saison! 🥂

Die aktuelle Festivalstudie verzeichnet seit 2020 einen Zuwachs von 18 % neuen Festivals. Das bedeutet: Rund 320 neue Events und tausende Menschen, die sich in Städten und auf dem Land mit frischem Elan engagieren. Dahinter stehen neue Begegnungsräume, innovative Communities und moderne Strukturen, die genau die Kraft und Motivation mitbringen, um den aktuellen Herausforderungen mit frischen Ideen zu begegnen. Zusammen mit dem starken Fundament an den langjährigen Veranstaltenden unter euch, die immer mehr Maßnahmen für Vielfalt, Sicherheit, Nachhaltigkeit & co. umsetzen, stimmt uns das sehr zuversichtlich für alles, was kommt.

Wir freuen uns unglaublich auf die kommenden Monate mit euch und sind schon ganz gespannt, was uns noch so erwartet!

Weitere Infos
Veröffentlicht am: 23. Februar 2026

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