Magazin

Interview mit dem Summertime Festival

10 Jahre. (K)ein Grund zum Feiern!


Runder Geburtstag für das Summertime Festival! 10 Jahre – Grund zu feiern! Leider hat auch hier Corona dazwischengefunkt. Keine Festivals dieses Jahr. Die Organisator*innen vom Summertime Festival in Wolfenbüttel haben sich aber nicht für die Absage des Festivals, sondern für eine neue Variante entschieden: Das Carantäne Festival im Auto.

text Nina Martach
redaktion Isabel Roudsarabi
fotos Johannes Krull, Sebastian Trumpp, Alexi Fotografie,
Antonia Piep, Nick Fettke

lesezeit 10 Minuten

Nele, Larissa, Matthias und Arne haben uns einen Einblick in die Vorbereitung eines Festivals gegeben und gezeigt, wie wichtig es ist, eine Stadt hinter sich zu haben, die Kulturförderung besonders großschreibt und wie man in Zeiten von Corona kurzerhand ein ganzes Festival umplant und neu aufzieht. 

Ein Festival organisiert man nicht an einem Tag. Und schon gar nicht, wenn das ganze Team aus Freiwilligen besteht, die zum Großteil noch studieren. Umso beachtlicher ist es, was die Leute vom Summertime Festival seit 10 Jahren auf die Beine stellen. Während einer globalen Pandemie, die die Festivalwirtschaft in die Knie zwingt, ist es einmal mehr beeindruckend, was hier innerhalb kürzester Zeit ins Leben gerufen wurde, um das Summertime-Feeling auch in diesem Jahr zu bewahren. 

Als ich zum ersten Mal mit dem Summertime-Team spreche, wird gerade offiziell, dass Großveranstaltungen ab 1.000 Besucher*innen bis Ende August 2020 verboten werden. Für das Summertime Festival bedeutet das zu diesem Zeitpunkt vor allem noch eins: Unklarheit. Eine drohende Absage wäre für Matthias, der seit vier Jahren in der Projektdurchführung und seit zwei Jahren im Booking dabei ist, allerdings keine Überraschung. „Ich habe seit drei Wochen das Bauchgefühl, dass dieses Jahr sehr schwer bis gar nicht funktionieren wird. Das, was da gerade in der Welt passiert, ist ja nicht erst seit gestern. Darauf konnte man sich schon ein bisschen mental einstellen, aber natürlich ist es schade, weil in den letzten Wochen alles schon sehr schleppend lief. Egal ob intern oder extern – eine gewisse Angst spürt man da schon deutlich.

"Wir wollen nichts von euch geschenkt kriegen – wir wollen euch etwas geben."

Mit seinem Bauchgefühl lag Matthias leider richtig. 3.000 Festivalbegeisterte hätten in diesem Jahr die Möglichkeit gehabt, zu Acts wie Heisskalt, Poets und PASSEPARTOUT am 03. Und 04. Juli zu feiern. Ziel dieses Jahr: der Ausverkauf. Und das Summertime war auf einem sehr guten Weg dahin. Vor allem, weil der Festival-Freitag unter dem Motto „Pay What You Want“ gelaufen wäre. „Da hätten wir gar nicht gewusst, wie viele Leute am Ende kommen“, so Matthias. Pay What You Want auf einem Festival? Klingt überraschend. Für das Summertime Festival aber eine Möglichkeit, den Menschen in der Region Musik und Kultur zugänglich zu machen. Auch, wenn das Portemonnaie mal gerade nicht so voll ist.  

„Das ist uns sehr wichtig. Schon den Ticketpreis von 17 Euro, den wir samstags normalerweise nehmen, können sich sehr viele Leute leisten. Aber eben nicht alle. Und deswegen war es uns zu unserem Geburtstag ein noch stärkeres Anliegen zu sagen 'Wir wollen nichts von euch geschenkt bekommen – wir wollen euch was geben.' Und das richtet sich dann vor allem auch an die Leute, die finanziell sonst nicht die Möglichkeit haben, sich ein Ticket zu kaufen“, sagt Nele, die seit vier Jahren beim Summertime für die Crew und die Getränke zuständig ist. „Wir machen das auch, um uns selber vorzustellen. Gerade den Leuten in Wolfenbüttel, die sich auch mal beschweren, dass es abends laut wird. So bekommen sie dann trotzdem etwas mit“, ergänzt Matthias. So schafft das Team gleichzeitig eine Win-Sin-Situation für Festival und Anwohner*innen.


Wie finanziert sich dann aber ein Festival bei überdurchschnittlich günstigen Preisen und Pay What You Want-System? Klar spielen die Eintrittsgelder, genauso wie das Geld aus dem Getränkeverkauf bei der Finanzierung des Summertime Festivals eine Rolle. Zusätzlich gibt es aber auch von Stiftungen und Sponsoren eine Finanzspritze. „Einen kleinen Beitrag bekommen wir auch durch die Catering-Stände, die auf dem Festival verkaufen. Das ist vergleichbar aber gering, da wir ihnen gegenüber sehr fair sind. Wir haben halt die Stadt im Hintergrund, die uns notfalls unter die Arme greifen kann. Wir haben einen festen Etat und das Glück, dass die Stadt aufkommt, sollten wir mal ein Minus machen. In den letzten Jahren haben wir diese Rückfallhilfe aber zum Glück nicht benötigt, das hat auch so funktioniert.“

Ein Festival von Wolfenbüttel für Wolfenbüttel

Eine Stadt wie das niedersächsische Wolfenbüttel im Rücken zu haben, ist für das Summertime Festival also viel wert. Die historisch geprägte Stadt richtet den Fokus besonders auf die Kulturförderung. Perfekt für die wachsende junge Kulturszene Wolfenbüttels, findet Nele: „Die Stadt fördert die Jugend und die Kultur hier stark. Unser Partnerprojekt in Wolfenbüttel ist die Veränderbar. Das ist ein Projekt mit Café und Bar, das sich extra zum Zweck, mehr Kultur zu schaffen, gegründet hat. Ursprünglich ist das Summertime Festival genau aus diesem Projekt entstanden. In Wolfenbüttel gibt es ein Jugendparlament, das sich dafür einsetzt, die Interessen der Jugendlichen umzusetzen. Und die haben sich gewünscht, mal ein Festival zu machen und damit mehr Kultur zu schaffen.“ 

Nele selbst lebt in Braunschweig und ist durch ihr Studium in Wolfenbüttel zum Summertime Festival gekommen. „Die meisten Helfer*innen aber kommen aus der Region. Es gibt vereinzelt Leute, die weggezogen sind, aber trotzdem noch mitorganisieren und dann vor allem bei dem Festival selbst auch am Start sind. Die Leute kommen immer gerne wieder, weil es einfach richtig Spaß macht. Die mögen die Atmosphäre, weil es ein freundschaftliches Miteinander ist und man das Gefühl hat, ein Teil vom Ganzen zu sein. Aber es kommen auch immer wieder neue Leute dazu“, erklärt Nele.

Festivals helfen Festivals

Hilfe bekommt das Summertime Festival aber nicht nur von der Stadt und ihren Einwohner*innen. Auch Verbände und Vereine unterstützen, ebenso wie benachbarte Festivals. Konkurrenzdenken ist hier ein Fremdwort. „Die DLRG hilft jedes Jahr beim Aufbau, und macht während des Festivals den Sanitätsdienst. Das Jugendparlament hilft auch jedes Jahr mit. Was auch schön ist: wenn man mit anderen Festivals in Kontakt steht, herrscht da immer sehr reger Austausch untereinander. Wir fahren zum Beispiel oft mit unseren ganzen Leuten zu unseren Freunden vom Rock am Beckenrand, um zu helfen, und die machen das genauso für uns. Die bieten uns vor allem immer richtig gute Stagehands“, freut sich Nele.

Die Freundschaft zwischen den Festivals in und um Wolfenbüttel hört selbst beim Booking nicht auf. Um sich nicht gegenseitig ihr Alleinestellungsmerkmal streitig zu machen oder sich Acts vor der Nase wegzuschnappen, findet während des Booking-Prozesses also häufig auch mal ein Austausch mit den anderen Booker*innen statt.

Regionale Bands treffen große Namen

So viel Rücksicht beim Booking klingt fast wie ein Traum. Wäre da nicht auch das Budget. Das muss das Booking-Team um Matthias bei den Vorbereitungen zum Festival auch im Auge haben. „Wir wollen immer ein paar regionale Bands dabeihaben. Die Auswahl des Headliners ist aber immer sehr schwierig, weil wir natürlich etwas finden wollen, was aussagekräftig aber gleichzeitig finanziell machbar ist. Das ist die Grundlage des Ganzen.“ 

Mit der Planung für 2020 hat das Team im September 2019 begonnen. Im Oktober waren die ersten Bands bereits gebucht. Das komplette Line-up für 2020 stand an Neujahr. Der schnelle Entscheidungs- und Bookingprozess ist vor allem dem guten Teamwork geschuldet. Erster Schritt ist immer das Ideen- und Namensammeln. Darauf basierend –mit Gagen und Budget im Hinterkopf – entscheidet sich schnell, welche Acts von Matthias und den Team angefragt werden.

Die ausgeglichene Gender-Quote im Line-up spielt ebenfalls eine Rolle.

Umso mehr freut sich vor allem Nele darüber, dass in der Indie-Szene Frontfrauen keine Seltenheit mehr sind.   

Dass das Summertime-Team ein Händchen für gutes Booking hat, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt. 2013 standen Milky Chance im Nachmittagsprogramm auf der Bühne. Kurz darauf feierten sie ihren großen Durchbruch. Vier Jahre später wurde auf dem Festival dann zu Von Wegen Lisbeth und den Leoniden gefeiert. „Diese Bands hätten wir alle gerne nochmal im Line-up, das ist heute aufgrund ihrer Größe aber einfach nicht mehr möglich“, erklärt Matthias.


Der Band Contest: Mehrwert für Bands und Fans

Jedes Jahr finden sich auch regionale Newcomer-Bands im Line-up des Summertime Festivals wieder, die den ersten Slot des Tages bespielen. Diese Bands sind Teil des Band Contests, dessen Finale auf der Summertime-Bühne ausgetragen wird. Zuständig dafür ist Arne, der seit zwei Jahren Teil des Festival-Teams ist. Ins Leben gerufen wurde der Contest, um regionalen, noch unbekannten Bands eine Bühne zu bieten. Und das nicht erst auf dem Festival, sondern eben schon während der Vorentscheide, bei denen allein das Publikum entscheidet, wer sich in die nächste Runde und damit auf die Bühne des Summertime Festivals spielt. „Wir haben einen starken Fokus auf regionale und junge Bands. Mit dem Contest wollen wir die Bands fördern. Die Gewinner des Finales spielen dann im nächsten Jahr als Opener auf dem Festival“, erklärt Arne. Das Finale auf der Festivalbühne stattfinden zu lassen, bietet nicht nur Mehrwert für die teilnehmenden Bands. Denn wer kennt ihn nicht, den Fluch der ersten Band des Tages? Da kann es vor der Bühne manchmal ganz schön leer sein. Dem geht das Summertime-Team mit dem Contest entgegen: „Ich denke, es ist für alle Parteien ein Mehrwert. Vor allem, weil die drei Bands ihre eigenen Fangruppen mitbringen. Da stehen dann trotz der frühen Uhrzeit schon Leute vor der Bühne. Ich kann mich an eine Band erinnern, bei denen war der Sänger am crowdsurfen. Das heißt, es müssen schon relativ viele Leute vor der Bühne gestanden haben“, erinnert sich Matthias.

Upcycling, Bieryoga und Poetry Slams: Kein Festival ohne Deko und Rahmenprogramm

Klar, Hauptbestandteil eines Festivals ist die Musik. Aber auch Deko und das Programm rund um das Line-up auf der Hauptbühne sind essentiell. Dafür hat die Summertime-Crew seit 2017 Larissa im Team. In diesem Jahr war sie nicht nur im Deko- und Rahmenprogramm-Team, sondern erstmals auch Teil des Plenums, dass das Festival organisiert. Bei der Deko wollten Larissa und ihr Team in diesem Jahr besonders Gas geben. „Die Deko soll besonders hervorstechen, da wir 10-jähriges Jubiläum feiern. Der Seeliger Park bietet viele Möglichkeiten und die wollen wir natürlich voll ausnutzen“, sagt sie im April. Die Deko beim Festival wird vom Team zu großen Teilen selbstgebaut; vieles aus den Vorjahren wiederverwertet. So werden aus alten Autoreifen auch mal Sessel, auf denen man zwischendurch entspannen kann.

Larissa kümmert sich zusammen mit Arne auch um das Rahmenprogramm des Festivals. Das heißt: Line-up für die „Wohnzimmerbühne“, Workshops und diverse andere Programmpunkte, die den Besucher*innen das Festival versüßen. Larissa hat eine ganz klare Vorstellung davon, was ein Programm braucht, um für die Leute attraktiv zu sein: „Das Rahmenprogramm kann durch verschiedene Workshops wie "Bieryoga" oder "Bingo" bei den Besuchern besonders punkten. Es bietet Abwechslung zu den lauten Auftritten eines Festivals und bietet Zeit für eine Pause, bei der man dem Poetry Slam oder den etwas ruhigeren Künstlern auf der kleinen Bühne lauschen kann. Deswegen hat es ein besonderes Potenzial, was wir hoffentlich dieses Jahr genau wie die Vorjahre ausschöpfen werden.“

250 Freiwillige

Ein Festival stemmt niemand alleine. Beim Summertime gibt es daher jedes Jahr mehrere Hundert Freiwillige, die in allen Bereichen mithelfen. Am Festivaltag selbst sind um die 250 Ehrenamtliche vor Ort. Nele koordiniert das Ganze, übernimmt die Anmeldungen der Helfer*innen und verteilt Bändchen. Während des Festivals ist sie auch deren Ansprechpartnerin. Die Zeit vor dem Festival ist aber nicht weniger arbeitsreich. Hier geht es darum Schichten zu planen, Leute zu akquirieren und Abläufe zu optimieren. Im Vordergrund steht dabei immer, dass es allen gut geht und, dass niemand nur zum Arbeiten vor Ort ist, sondern auch das Festival erleben kann. 

Wo gefeiert wird, wird auch getrunken.

„Getränkemäßig gucken wir immer, was zu uns passt. Am liebsten nehmen wir Sachen aus der Region. Wir haben regionales Bier, von dem wir auch gesponsert werden. Das Bier heißt Wolters und kommt aus Braunschweig, das ist ja hier direkt nebenan.“ Nele koordiniert nicht nur die 250 Freiwilligen, sondern kümmert sich auch um die Getränke auf dem Festival. „Ich stelle für die Gastrostände Planungen auf, mache Getränkeplanung und gucke, wie viel wir brauchen. Den Bier- und Softdrinkverkauf machen wir selbst. Harten Alkohol verkaufen wir allerdings nicht selbst, weil auch Leute, die erst 16 sind bei uns hinter dem Tresen stehen“, erklärt sie.

Einfach von der Musik berieseln lassen

Was bei einem Festival so alles im Hintergrund abläuft, merkt man im besten Falle als Gäst*in nicht. Denn hier zählt die Atmosphäre und die Stimmung, die vor den und rund um die Bühnen aufkommt. Und die Atmosphäre ist vor allem beim Summertime Festival der Grund, warum so viele Leute Jahr für Jahr wiederkommen. Nele bestätigt das: „Es gibt natürlich Leute, die gezielt wegen bestimmten Bands kommen. Aber generell ist das Summertime Festival schon das Event in Wolfenbüttel. Die Leute kommen, um zu tanzen, zu feiern, um Leute kennenzulernen und auch, um einfach mal zu sehen, was alles so in der Region geht.“ Und Arne fügt hinzu: „Ja, beim Summertime ist es wirklich diese einmalige Atmosphäre. Die Leute sitzen auf den kleinen Hügeln, unseren Chill Hills, und lassen sich einfach von der Musik berieseln.“

Summertime in Carantäne

Wenn den Gäst*innen vor allem die tolle Atmosphäre des Festivals in Erinnerung bleibt, dann ist es sicherlich erst Recht nicht einfach, den eigenen Anforderungen gerecht zu werden, wenn man das komplette Festival kurzerhand Corona-konform umplanen muss. 

Wenn man mit der Planung für ein Festival so weit ist, das komplette Line-up schon seit Monaten steht und die ersten Act-Announcements bereits in die Welt hinausgefeuert wurden, wie geht man dann also mit der Botschaft um, dass der Festivalsommer 2020 abgesagt ist? „Zunächst gab es eine gewisse Schockstarre im Team. Natürlich waren wir enttäuscht, allerdings kam auch eine gewisse Erleichterung dazu. Ein ehrenamtliches Projekt wie das Summertime Festival leidet natürlich unter der individuellen Belastung der Partizipierenden über Monate hinweg, der Aufwand war zu dem Zeitpunkt nicht mehr einschätzbar“, sagt Matthias. Ganz unerwartet traf die Nachricht das Team allerdings nicht. Schon sehr früh wurde eine Festival-Taskforce gegründet, die sich präventiv mit der Absage und Alternativen zum ursprünglich geplanten Festival beschäftigte, gleichzeitig aber auch auf alle individuellen Sorgen einging. „Das hat es für viele im Team und auch für das Umschwenken auf das Carantäne Festival bedeutend einfacher gemacht“, erinnert er sich.


Die Idee für das Carantäne Festival kam dem Team schon kurz nach der Absage bei einem gemeinsamen Brainstorming. Ein Jahr komplett ohne „Summertime Feeling“ kam für niemanden in Frage. Matthias erzählt: „Die Idee mit dem Autofestival kam dann durch die ersten angekündigten Autokinos, aber die Genehmigung ließ noch etwas auf sich warten. Zwischen Genehmigung und Festival lagen sechs anstrengende Wochen, die sich letztlich aber gelohnt haben. Trotzdem ist uns auch bewusst, dass das langfristig nicht die eine Lösung für ein Festival unter Berücksichtigung von Social Distancing ist.“

Auch die Stadt Wolfenbüttel stärkte dem Team zu jeder Zeit den Rücken und freute sich über die Idee des neuen Festivals. Nachdem die Genehmigung erteilt war, konnte das Team frei planen: „Das ist nicht selbstverständlich und verdient unseren Dank.“

All zu leicht sollte es aber dann doch nicht laufen. Nur kurz nachdem die Planung für das Carantäne Festival anlief, kam nämlich die zweite Hiobsbotschaft, diesmal vom Gesundheitsamt: Das Carantäne Festival darf nicht wie geplant stattfinden.

Wir wurden eine Woche vor Veranstaltungsbeginn gezwungen, die komplette Bühnenplanung zu verwerfen, den Vorverkauf rückabzuwickeln und neu anzukurbeln.

Eine Absage der Veranstaltung stand aber intern nie zur Debatte.“ Und so wurden aus einem Carantäne Festival-Tag kurzerhand zwei. „Das Feedback war durchweg positiv. Viele Gäste erklärten uns anschließend begeistert in persönlichen Nachrichten, dass sie vorher skeptisch waren ob ein Festival in dieser Art und Weise funktioniert." Zurückgeblieben war die Begeisterung, dass man in diesen Zeiten sicher und locker Musik und Toleranz feiern kann. Auch die Bands fühlten sich sehr wohl und genossen es, mal wieder auf einer Bühne zu stehen. Das „Summertime-Feeling“ ist also nicht zur „Summertime-Sadness“ geworden, und das ist allen Beteiligten bei der Planung und Durchführung zu verdanken.

Über den Erfolg freut sich daher Matthias besonders. „Wir Partizipierenden, aber auch Technik, Crew, Catering, Bands und die Gäste waren sehr zufrieden und positiv überrascht über die Atmosphäre, die wir erzeugen konnten. Ich persönlich fand, dass wir mit dem Line-up mit Bands wie Hundreds, Liedfett und Matija, dem Rahmenprogramm und dem Catering bis zum Autofenster hin quasi ein Miniatur-Summertime im Rahmen unserer Möglichkeiten erschaffen haben. Das war auch unser Anspruch.“

Wie sich die Absage des ursprünglich geplanten Summertime Festival am Ende langfristig auf die Zukunft des Festivals auswirkt, wird sich mit der Zeit zeigen. Den Kopf hängen lässt das Team allerdings nicht. Ganz nach dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgebhoben“ steht das Datum für das Summertime 2021 bereits. Vom 16. bis 17. Juli kann dann hoffentlich in gewohnter oder eben neuer Manier das Jubiläum (nach)gefeiert werden.

Festivalfinder

Summertime Festival 2021

16.-17. Juli – Wolfenbüttel


Alle Infos zum Festival


Ich bin Nina. Seit über 15 Jahren tausche ich den Sommerurlaub gerne gegen einen jährlichen Festivalmarathon. Der macht sich zwar jedes Jahr zum Ende hin etwas deutlicher bemerkbar, hält mich aber nicht davon ab, es wieder zu tun. Angefangen hat meine Liebe zu Festivals auf dem Peace & Love Festival in Schweden. Mittlerweile nehme ich mein Frühstück in Bierform aber am allerliebsten auf dem Dockville in Hamburg ein. Einige würden es eventuell als mein zweites Zuhause bezeichnen. Ich habe da nichts einzuwenden. Dank Höme kann ich meine drei größten Leidenschaften auch immer wieder kombinieren: Schreiben, Fotografieren und – wer hätte es gedacht – Festivals!