Fotos: Till Petersen & Nils Lucas / Text: Karoline Steinbock

Fast schon romantisch erhellen bunte Lampen und Lichterketten die Abenddämmerung während Traumfänger und Girlanden in den Bäumen die leicht märchenhafte Kulisse abrunden. Bereits zum dritten Mal haben die Neon Fields Veranstalter vom Klangkultur Emsland e.V. das Gelände des Mühlenmuseums in ein kleines Paradies für Indie-Fans verwandelt.

Der Klangkultur Verein gründete sich 2013 mit dem Ziel die Musik- und Jugendkultur im Emsland durch verschiedene Musik- und Kulturveranstaltungen zu fördern. Neben dem Neon Fields organisiert der Verein auch Haren Rockt sowie diverse Livemusikabende und Wohnzimmerkonzerte im Müllerhaus.

Speziell hier beim Neon Fields wird schon früh deutlich, mit wie viel Liebe die Macher am Werk sind. Alles wirkt enger, familiärer. Eher wie ein gemütliches Dorffest. Jeder scheint hier jeden zu kennen – als würde ganz Haren zum Feiern zusammenkommen.

Bühnen und Buden schmiegen sich zwischen die historischen Gebäude des Mühlenmuseums – mit der historischen Mersmühle als besonderen Blickfang. Nichts wirkt gezwungen – Mühle, Zelte und Bühne ergeben ein beruhigendes Zusammenspiel und der beleuchtete Kunstnebel taucht zusätzlich noch alles in märchenhaft-mystisches Licht.

Musikalisch unterlegt ist das Ganze mit Indie-Musik aller Sparten. Ob am Freitag mit Folk-Pop und guter Laune von Giant Rooks, am Samstag etwas elektronischer mit den Hundreds oder auf der Aftershow Party mit GHEIST. Irgendwie kommen hier alle auf ihre Kosten.

Eine wichtige Neuerung ist in diesem Jahr übrigens die zweite Bühne, denn während des Auftrittes der einen Band, kann die nächste bereits ihren Soundcheck machen.

Aufgebaut wie ein Zelt schmiegt sich die Bühne zwischen die Bäume, ist etwas anders als die Mainstage – Nicht so hoch. Man ist nicht so weit weg von den Künstlern.
Sie verleiht dem ganzen eher eine Club-Atmosphäre während die Hauptbühne mit viel Platz zum Tanzen einlädt.

Abseits der Musik bietet das Neon Fields am Samstagvormittag ein Rahmenprogramm. Keine Konzerte, sondern verschiedene Workshops sorgen für Trubel auf dem Festivalgelände. Kartoffel-, Lavendel- Siebdruck, Acro-Yoga, Brotbacken oder eine Runde Entspannung in den Hängematten am Hörspielbaum stehen in diesem Jahr auf dem Programm.

Zwar erinnert das Neon Fields am Samstagvormittag mehr an Selbsthilfewochenende als an Festival, trotzdem wirkt es nicht aufgesetzt. Es passt. Zum Festival. Zu den Besuchern.
Denn dadurch lockt das Neon Fields am Vormittag auch Familien mit Kinder an. Die Kinder können auf dem Festivalgelände ungestört rumtoben, ohne das Eltern Angst haben müssen sie aus den Augen zu verlieren. Während die einen T-Shirts mit bunten Kartoffelmustern verschönern oder einen Jutebeutel als Andenken bedrucken, probieren sich in einer anderen Ecke Kindern und Mutige in ihren akrobatischen Fähigkeiten beim Acro-Yoga.

Den Zeltplatz sieht man vom Ende bis zum Anfang. Eine doch überschaubare Anzahl an Zelten tummelt sich hier. Nebenan ein Maisfeld. Landidylle pur.
Die Besucher fühlen sich wohl. Das merkt man. Auch Rebecca, Julian, Marie, Hannes und Fred finden nur Lob.

Rebecca findet die Workshops, die am Samstagvormittag angeboten werden super. „Dann hat man vormittags was zu tun und trinkt nicht“, sagt sie. „Außerdem kommt man mit Leuten ins Gespräch. Und eine kleine Spende zahlt man gerne.“
Marie freut sich vor allem darüber auf neue Bands zu stoßen. „Ich habe hier schon oft Bands entdeckt, die ich danach voll oft gehört habe. Die Bands hier sind echt geil.“

Fred dagegen hätte gleich einen Verbesserungsvorschlag an die Veranstalter. „Eine Ladestation mit Mehrfachsteckern um das Handy aufzuladen wäre gut. Was geselliges mit Sofa.“ Julian dagegen findet großes Lob für die Toiletten. „Die stinken nicht.“

Lob von allen Seiten also. Von uns auch. Schön war es nämlich!
Trotz des verregneten Freitags hat das Neon Fields mit familiärer Atmosphäre und starkem Line-Up überzeugt- und zum Abschluss am Samstag werden alle Mühen auch endlich mit Sonnenstrahlen belohnt.

Danke für die gute Zeit und bis zum nächsten Mal.

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