Text: Johannes Jacobi

Auf dem Melt Festival spielen die Sportfreunde Stiller und auf der Fusion gibt’s Paul Kalkbrenner. Muse sind Headliner beim Haldern Pop, Donots und Beatsteaks nehmen das Immergut auseinander und Erkan & Stefan sind zu Gast bei Rock am Ring. Wir haben uns das Jahr 2001 mal genauer angeschaut und festgestellt, dass sich zwar einige Kuriositäten finden lassen, grundsätzlich aber manche Headliner-Spalten eins zu eins auch heute noch genau so stehen könnten.

Rock am Ring:
Klar: Echt, Söhne Mannheims, Anastasia und Alanis Morissette fallen ein bisschen raus. Die meisten Acts könnten aber auch heute noch in sogar ähnlicher Anordnung auf einem Rock am Ring Poster auftauchen. Verwundert wäre wohl niemand. Mit Radiohead, Outkast, Tool, Slipknot und Queens of the Stone Age wär das sogar ganz beachtlich.

Splash:
Fünf Sterne Deluxe, Sammy Deluxe und Methodman & Redman. Dazu noch ein bisschen Afrob, Blumentopf, Jan Delay und Seed und am Nachmittag etwas Kool Savas zum Warmwerden. Kann man machen. Besonders beachtlich der Samstag mit Creutzfeld & Jakob und Tefla & Jaleel – und klar, nach den Headlinern dann ein bisschen Kino auf der Hauptbühne und dann ab ins Drum&Bass Zelt. Damals…

Fusion:
Das Jeans-Team spielt ein bisschen Indie, Paul Kalkbrenner legt auf, sein erstes Album kommt aber erst 10 Jahre später und T.Raumschmiere steht kurz davor, mit seinem ersten Album ein bisschen Punk in den Techno zu bringen. Damals also Fusion noch ohne AnnenMayKantereit und Fettes Brot

Haldern Pop:
Muse, Travis und Phoenix. Läuft. Was Kostenmäßig heute bei jedem einzelnen der drei Acts problematisch werden würde, hat damals noch vorzüglich funktioniert. Spannend auch, dass beim Blick auf die restlichen Acts klar wird, dass das Haldern Pop damals schon dieses ganz spezielle Haldern Booking hatte. Damals schwer woanders zu finden, heute genauso.

Highfield Festival:
2001 war das Jahr, in dem sowohl The Hives als auch die Beatsteaks noch im Vorprogramm auf der Die Ärzte Tour auftraten. Die Ärzte also schon lange ziemlich groß unterwegs und um so beachtlicher, dass das Highfield den Coup landete. Ansonsten spielten Die Ärzte nämlich 2001 nur noch auf dem Bizarre und bei Rock am See – zumindest was Festivals auf deutschem Boden angeht.
Abgesehen davon, würden sich Green Day und Queens of the Stone Age auch heute noch hervorragend im Highfield Line-Up machen. Klar, natürlich nur als Sub-Headliner.

Melt Festival:
Blumfeld und Sportfreunde Stiller würden heute sehr wahrscheinlich zu den Kuriositäten in einem Melt Line-Up zählen. Slut wiederum würde wohl prächtig funktionieren und Richie Hawtin, DJ Koze und Rush sind sowieso heute genau wie gestern unterwegs und allseits gefragt.

Summerjam:
Jan Delay, Patrice und Seeed würden auch 17 Jahre später noch ganz oben funktionieren. Das Thema Wyclef Jean ist vielleicht durch, aber dafür haben Sly & Robbie gerade wieder ein Album veröffentlicht – ganze 39 Jahre nach ihrem ersten. Das allein wär doch schon Grund genug…

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Hurricane:
Damals lief das Hurricane nur zwei Tage, das Line-Up aber trotzdem schon sehr beachtlich. Vielleicht auch ein Beleg dafür, dass es heutzutage einen Mangel an neuen Headlinern gibt. Oder wäre es frech zu behaupten, dass die ersten zwei Zeilen an beiden Tagen heute auch noch exakt so stehen könnten?

Immergut:
Rocco Clein moderierte, die Beatsteaks wurden zum Stadion-Monster, die Sportis auch ein bisschen (aber anders) und aus Viginia Jetzt! wurde Mit Vergnügen. Nächstes Jahr 20 Jahre Immergut, dieses Jahr schon mal vorglühen.

Nature One:
Yes, auch die Nature war damals schon gut dabei, mit einem schier endlosen Line-Up. Zu beachten auch die Unterscheidung von LIVE zu DJ und die Anzahl der jeweiligen Acts. Insgesamt auf jeden Fall auch hier nicht Wenige, die auch heute noch genau so auftauchen.

Taubertal Festival:
Wir wagen zu behaupten, dass auf diesem Poster aus 2001 schon sehr die Taubertal Handschrift zu sehen ist. Vielleicht wurde sich über die Jahre ein klein wenig in die breite geöffnet, aber grundsätzlich würden wir auch heute noch sagen, dass es das Taubertal Festival immer wieder schafft, mit drei – vier Acts den Unterschied zu machen und sich von anderen Festivals mit ähnlichen Line-Ups abzugrenzen.

Wacken Open Air:
Der Preis für das beste Posterdesign geht 2001 definitiv an das Wacken. Auch geil: Nightwish und The Haunted im Kleingedruckten. An dieser Stelle: Liebe Grüße und viel Mitgefühl nach Wacken: Dort steht die Crew vor der unmöglichen Aufgabe, das Festival ohne den im April verstorbenen, langjährigen Produktionsleiter Thomas Hess umzusetzen.

Coachella:
Und weil Coachella bis noch vor kurzem ein doch immer sehr relevantes und richtungsweisendes Line-Up hatte, schauen wir doch mal, ob das 2001 auch schon so war. Die Beurteilung liegt im Auge der Betrachtenden.

Primavera Sound:
2001 war das erste Jahr für das Primavera Sound. Was sich in den Folgejahren schnell zu einem Line-Up-Monster entwickelte, sah in diesem ersten Jahr noch eher nach „wir sind uns nicht ganz sicher“ aus.

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